​​Fortuna Düsseldorf und Cheftrainer Friedhelm Funkel gehen nach dem Saisonende getrennte Wege. Das gab der Verein am Freitagnachmittag bekannt. Der 65-Jährige bleibt vorerst im Amt, wird den Bundesligisten aber mit Ablauf seines Arbeitsverhältnisses im Sommer verlassen. Und damit begeht die Fortuna einen fatalen Fehler. Ein Kommentar.


Fortunas Fans erreichte am Freitag eine echte Schockmitteilung: ​Der Vertrag von Cheftrainer Friedhelm Funkel wird nicht verlängert. Wie der Verein mitteilte, habe man sich „im Trainingslager in guten Gesprächen über die weitere Zusammenarbeit ausgetauscht“, dem erfahrenen Coach aber zunächst keine Ausdehnung seines Arbeitspapiers anbieten wollen.


Funkel wertete dies als Misstrauensvotum und kündigte an, den Klub im Sommer zu verlassen. Unter Tränen sagte der 65-Jährige gegenüber den Medienvertretern: „Ich werde nie wieder so eine tolle Mannschaft wie die jetzige trainieren.“


Erste statt Dritte Liga


Vor wenigen Tagen hatte das Düsseldorfer Umfeld noch mit einem komplett anderen Szenario gerechnet. Eine Vertragsverlängerung des gebürtigen Neussers schien eine reine Formsache zu sein. Nachdem Funkel die Fortuna im Frühling 2016 übernahm, bewahrte er sie vorm Abstieg in die Drittklassigkeit, stabilisierte die Mannschaft im Folgejahr und schaffte im Rahmen der Vorsaison tatsächlich den Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Friedhelm Funkel

Überraschung: Trainer Friedhelm Funkel verlässt die Fortuna zum Saisonende.


Als kleinster Verein stehen die Rheinländer nach der ersten Saisonhälfte überraschend auf dem 14. Tabellenplatz, haben aktuell 18 Zähler auf dem Konto und waren zum Hinrunden-Endspurt das Team der Stunde – in der englischen Woche holten Oliver Fink und Co. binnen acht Tagen neun Punkte und schlugen unter anderem den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer Borussia Dortmund.


Die Verdienste von Friedhelm Funkel für die Fortuna sind damit unumstritten. Ohne den erfahrenen Coach wäre der Traditionsverein aus Flingern nicht das, was er heute ist. Der 65-Jährige hat maßgeblichen Anteil am Wiederaufschwung des Klubs. Er ist der Grund, warum die Düsseldorfer heute auf dem Platz als verschworene Einheit agieren und die Fans die Mannschaft wieder bedingungslos unterstützen. Er hat den Verein und die Stadt erstligareif gemacht. Funkel ist zweifellos der Vater des Erfolgs.


„In diesem Jahr gibt es eine andere Situation“


Umso trauriger ist es, dass ihm nun solch ein bitterer Abschied zu Teil wird. „Wir haben in der Saison 2017/2018 den Vertrag von Friedhelm Funkel bereits in der Winterpause verlängert, weil es um den langfristigen Aufbau einer Aufstiegsmannschaft ging“, wird Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer auf der Homepage des Bundesligisten zitiert.


„In diesem Jahr gibt es eine andere Situation, da wir das kurzfristige Ziel des Klassenerhalts haben, was für Fortuna Düsseldorf von überragender Bedeutung ist. Angesichts dessen haben wir im Verein mit allen Gremien verabredet, konkrete Vertragsgespräche mit dem Trainer, aber auch mit den Spielern und dem Funktionsteam erst zu führen, wenn absehbar ist, wie sich die Spiele in der Rückrunde entwickeln.“


Angesichts der Entwicklung innerhalb der Mannschaft in den vergangenen Wochen, der insgesamt stabilen Leistungen des Aufsteigers sowie der überragenden Punkteausbeute im Hinrunden-Schlussspurt eine komplette Fehleinschätzung des Vereins.


Darüber zu diskutieren, wäre aufgrund der Tatsache, dass die Entscheidung des Trainer-Routiniers steht, müßig. Doch eines muss klar sein: Mit der Nicht-Verlängerung von Funkels Vertrag begeht die Fortuna einen Riesen-Fehler, dessen Folgen prinzipiell noch unbekannt, aber bereits jetzt fatal sind.