​Nachdem Hannover 96 im Trainingslager vor der ​Bundesliga-Rückrunde sein erstes Testspiel gegen den Belgischen Erstligisten Zulte Waregem mit einem 3:3-Unentschieden beendet hatte, fand Trainer André Breitenreiter lobende Worte für Norweger Iver Fossum, der in letzter Zeit häufig als Wechselkandidat gehandelt worden war.


Eigentlich ging das erste Testspiel von Abstiegskandidat ​Hannover 96 im Jahr 2019 gerade noch glimpflich aus - gelinde gesagt. Gegen Außenseiter Zulte Waregem aus der ersten belgischen Liga wollten die Niedersachsen in einen guten Rhythmus finden. Ab der 74. Minute lief der strauchelnde Bundesligist dann jedoch einem 0:3-Rückstand hinterher. Den Youngstern Hadzic und Muslija sowie Regionalliga-Entdeckung Hendrik Weydandt war es am Ende zu verdanken, dass 96 sich nicht endgültig blamierte. 


So schmeichelhaft das Remis am Ende für den aktuell Vorletzten der Bundesliga war, so lehrreich schien es auch zu sein. In seiner Stellungnahme nach dem Spiel zog Hannover-Coach André Breitenreiter jedenfalls einige Erkenntnisse aus dem Test und fand dabei sogar Lob für den ein oder anderen seiner Schützlinge. 


Überraschend gut kam einer weg, der in letzter Zeit beim Tabellen-Siebzehnten so gut wie keine Rolle spielte - Iver Fossum. Der 22-jährige Mittelfeldspieler hat auch nach drei Jahren in Hannover noch nicht so recht in die Rotation gefunden. In der Liga-Hinrunde war er lediglich sechsmal zum Einsatz gekommen, hatte zuletzt nicht einmal mehr im Kader gestanden und war immer wieder Teil von Transfergerüchten gewesen. Im gestrigen Testspiel konnte der junge Norweger dann endlich einmal glänzen. 

Iver Fossum

In 63 Spielen für Hannover gelangen Fossum bisher lediglich zwei Tore und drei Vorlagen


Die Tore von Hadzic und Weydandt bereitete der Nationalspieler mustergültig vor und stach immer wieder durch seine Spielintelligenz heraus. Genug, um den Trainer ein wenig ins Schwärmen zu bringen. "Ich werde immer gut über ihn sprechen. Iver ist ein fantastischer Spieler, der vielleicht für den einen oder anderen nicht für die jetzige Situation geeignet ist, weil er ein feiner Fußballer ist. Aber er kann natürlich durch Aktionen, Technik und Intelligenz gewisse Dinge anders lösen", verteidigte der 45-Jährige seinen zuletzt oft glücklosen Spielmacher und fügte hinzu, dass an den Schwächen selbstverständlich noch gearbeitet werden müsse. 


Dennoch: Der vermutete Wechsel des Skandinaviers wird wohl vorerst ausbleiben. Zum einen, weil es aktuell laut Coach Breite gar "keinen interessierten Verein" gibt, zum anderen aber auch, weil die Personalsituation einen Abgang Fossums gar nicht kompensieren könnte: "Je mehr Spieler ausfallen, desto weniger sollten wir zusätzlich freiwillig abgeben". Bei aktuell sechs Verletzten im Kader der Niedersachsen ein valider Einwand und Grund genug, dem einst so vielversprechenden norwegischen Techniker in der Bundesliga-Rückrunde eine neue Chance zu geben.