In Hamburg tickt die Uhr. Noch neun Tage, dann wird ein neuer Präsident für den Hamburger SV e.V. gewählt. Drei Kandidaten stellen sich zur Wahl. Einer von ihnen: Marcell Jansen. Hinter den Kulissen werden dem ehemaligen HSV-Linksverteidiger sehr gute Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt. Doch der plant zur Zeit eine ganz andere Aktion.


Aufsichtsrat-Mitglied ist Marcell Jansen (33) schon seit längerem. Und unabhängig von dem Ausgang des vereinsinternen Urnengangs am übernächsten Wochenende, plant Jansen eine große Aktion mit den früheren Stars des ​HSV. Eine Art nachträgliches Abschiedsspiel für die Klub-Legenden. 


Dazu Jansen zur Mopo: "Ich bin jetzt seit elf Jahren bei diesem Verein, und es ist sehr wichtig, dass wir uns noch mehr zu einer großen Familie entwickeln. Aber wie kann es sein, dass der HSV es oft nicht richtig hinbekommen hat, dass verdiente Spieler würdig verabschiedet werden? Wir sprechen von Spielern, die von den Fans wirklich geliebt wurden. Dass man in vielen Fällen einfach so mit Bitterkeit auseinandergegangen ist, tut mir weh." 

Mit diesem schon fast staatsmännischen Diktus legt Jansen den Finger in eine der Wunden, die dem Verein in den letzten Jahren (und Jahrzehnten) geschlagen wurden. Wenn man sie sich nicht sogar selbst zugefügt hat. Nun ist die fehlende Wertschätzung einstmals verdienter Spieler kein HSV-spezifisches Phänomen. Man frage mal in Madrid nach, wie dort ehemalige Legenden (Raul, Ronaldo, Zidane, CR7) vom Hof, pardon, aus dem Bernabeu gejagt wurden.


Bei den jüngsten Überlegungen des Ex-Nationalspielers spielen naturgemäß seine ehemaligen Mitspieler eine Rolle. Eine Auswahl der Namen derselben lässt so manches HSV-Fan-Herz höher schlagen: Mladen Petric, Ze Roberto, Paolo Guerrero, Ivica Olic usw usw. All diese mehr als verdienten ehemaligen Spieler noch einmal auf dem Rasen des Volksparkstadions zu sehen, wäre sicherlich ein Traum für jeden Fan der Raute.


"Ich muss das erst noch im Detail mit den Entscheidungsträgern besprechen", sagt Jansen zwar relativierend, "aber ich hoffe, dass sie es auch so sehen und wir es schaffen, diese Veranstaltung in den nächsten ein, zwei Jahren umzusetzen." Vielleicht ja schon dann mit ihm als dem Entscheidungsträger. Seine Optionen für den Wahltag am 19. Januar hat Jansen mit diesem Vorschlag sicherlich nicht verschlechtert. ​