Der kicker hat seine alljährliche "Rangliste des deutschen Fußballs" veröffentlicht. In den bisher bewerteten Positionen (Tor, Innenverteidigung, Außenbahn defensiv, Mittelfeld defensiv und Mittelfeld offensiv) stehen insgesamt sechs Akteure des ​HSV. Zwei von ihnen an der Spitze.


Würde man die HSV-Fans nach den Spielern der Hinrunde befragen, lägen sowohl Orel Mangala (20) als auch Douglas Santos (24) sicherlich ganz weit vorne. Technische Kabinettstückchen, nicht um ihrer selbst Willen, sondern immer im spielerisch-kombinatorischen Kontext eingebettet, gepaart mit aggressiver Grundausrichtung und Kreativität - und das ganze in erstaunlicher Konstanz über eine komplette (und verletzungsfreie) Halbserie.

Hamburger SV v 1. FC Koeln - Second Bundesliga

Douglas Santos gehörte in der Hinrunde zu den absoluten Leistungsträgern beim HSV


Der Brasilianer machte alle 18 Ligaspiele, der Belgier ab seiner Ankunft in Hamburg (nach dem 0:3-Auftaktdebakel gegen die Kieler Störche) alle möglichen 17. Kein Wunder, dass beide ihre jeweiligen Positionen (Außenbahn defensiv bei Santos, Mittelfeld defensiv bei Mangala) mit weitem Vorsprung auf die Konkurrenz anführen. Und nicht irgendwelche Konkurrenz, vor allem in Bezug auf die Außenverteidiger-Position. Dort konnte sich Douglas Santos immerhin gegen großkalibrige Konkurrenz wie die beiden Kölner Marcel Risse und Jonas Hector - seines Zeichens deutscher Nationalspieler - durchsetzen. 


Den Vertrauensvorschuss, den ihm die HSV-Macher zu Beginn der Saison gewährt haben, als sie Douglas Santos zu einem der wenigen nicht transferierbaren Spieler im Kader erklärten, hat der in Joao Pessoa geborene Brasilianer längst wieder, und mit Zinsen, zurückgezahlt. Mittlerweile scheinen sich die kolportierten 7,5 Millionen, die 2016 an Atletico Mineiro überwiesen wurden, als Schnäppchen herauszustellen.


Ein Schnäppchen wird Orel Mangala wohl leider nicht werden. Das ist aus HSV-Sicht der Wermutstropfen bezüglich dieser Personalie. Was der 20-jährige Belgier seit seinem Dienstantritt in der Hansestadt Woche für Woche abliefert (das Regensburg-Spiel und den letzten Auftritt in Kiel mal beiseitegelassen), ist schlichtweg phänomenal. Als wäre er es von jeher schon immer gewesen, schwang sich die Leihgabe vom VfB Stuttgart vom Start weg zum Boss im HSV-Mittelfeld auf. Zwar ist ein Aaron Hunt für die feine Klinge und das offensive Spiel zuständig, doch ohne Mangalas Absicherung hätte auch der Routinier in den letzten Wochen nicht so glänzen können, wie er es getan hat. 


Hunt landete in der Sparte "Mittelfeld offensiv" übrigens in der stärksten Bewertungsskala "Herausrragend", jedoch nicht auf den vorderen Plätzen. Ein Lewis Holtby schaffte es nicht einmal in diese Kategorie. Der Vollständigkeit halber seien noch die anderen HSV-Spieler genannt: Im Tor schaffte es Julian Pollersbeck noch so gerade in die Bewertung "Blickfeld". Dies jedoch, so der kicker, auch der Tatsache geschuldet, dass er ​in den meisten Spielen kaum etwas zu tun bekommt. Rick van Drongelen ("Blickfeld" Innenverteidigung), Gotoku Sakai ("Blickfeld" Außenbahn defensiv) vervollständigen das HSV-Sextett in dieser Rangliste. ​