Am 19. Januar wird in Hamburg-Wilhelmsburg (edel-optics-Arena) ein neuer Präsident für den ​Hamburger SV e.V. gewählt. ​Drei Kandidaten stellen sich zur Wahl. Wir stellen die drei in kurzer Form vor.


Als Jürgen Hunke (75) vor einigen Wochen auch noch seinen Hut in den Ring warf, war die Überraschung bei vielen groß. Der ehemalige Präsident (vom November 1990 bis Oktober 1993) des Vereins war während seiner Amtszeit maßgeblich an der Gründung der HSV Sport - Aktiengesellschaft (ab 2014 in "HSV Fußball AG" umbenannt) beteiligt, deren Vorstand er bis 19997 angehörte. Danach verblieb er noch bis 2014 im Aufsichtsrat des abgespalteten Vereins. 


Die Aktien verkauften sich dann 1991 doch nicht so gut, wie es sich Hunke, die Fans und der ganze Verein gewünscht hatten, sodass dann doch noch der Publikumsliebling Thomas Doll zu Lazio Rom transferiert wurde. 15 Millionen DM entschuldeten den Verein zwar über Nacht, aber sportlich war der Weggang des Nationalspielers nicht zu kompensieren. Es begannen schwierige Jahre, die von der Tendenz geprägt waren, sich gegen den schleichenden Niedergang zu stellen (das Wort "Abstieg" kam nur den allerforschesten über die Lippen). Seit 2011 ist der Unternehmer Mitglied des Aufsichtsrates, dem er bereits schon zweimal (November 1996 - Dezember 2000 und November 2004 - Januar 2009) angehört hatte.


Jürgen Hunke selbst hat jedoch vor einigen Wochen Zweifel daran aufkommen lassen, dass er sich auch tatsächlich in zwei Wochen der Abstimmung stellt. Ihm nahestehende Personen erklären, dass es durchaus denkbar sei, dass sich Hunke, um eine Wahlniederlage zu vermeiden, noch vor dem 19. Januar aus dem Rennen verabschiedet.


Auch Dr. Ralph Hartmann (54) kennt den HSV von innen. Von Januar 2015 bis Februar 2018 fungierte der Diplom-Kaufmann als Schatzmeister bei den Rothosen. Auch die Funktion des Vize-Präsidenten hat er schon bekleidet (von 2015 bis 2018, unter dem damaligen Präsidenten Jens Meier). Wahrlich keine schlechten Voraussetzungen für die kommenden Aufgaben. Sein Verhältnis zum Ex-Präsidenten Bernd Hoffmann wird als korrekt, wenn auch nicht warmherzig beschrieben.

Marcell Jansen

Ex-Profi Marcell Jansen gilt bei vielen Fans als Favorit auf den Präsidentschaftsposten


Der dritte im Bunde ist Marcell Jansen (33). Nicht zuletzt ob seiner Kondition als ehemaliger Spieler genießt der Mönchengladbacher innerhalb der Fan-Masse des Klubs wohl den höchsten Stellenwert aller Kandidaten. Seine geradlinige und offene Art kommt an bei der Basis. Darüber hinaus hat er sich in der Zeit nach seiner aktiven Karriere auch schon als erfolgreicher Unternehmer entpuppt. Kaufmännische und bilanztechnische Aspekte sind ihm also nicht fremd, was für das Anforderungsprofil eines HSV-Präsidenten sicherlich keinen Nachteil bedeutet. ​