​Manchester City hat in den vergangenen Jahren kaum einmal einen Spieler aus der eigenen Jugend hervorgebracht, aufgrund des harten Konkurrenzkampfes fliehen immer mehr Nachwuchsspieler zu anderen Klubs. Damit verdient City viel Geld - lässt aber auch einige Topspieler ziehen.


Phil Foden stand in der laufenden Saison 27 Mal im Kader von Manchester City und wurde immerhin 15 Mal eingesetzt. Im Dezember wurde sein Vertrag bis 2024 verlängert, Trainer Pep Guardiola schloss einen vorzeitigen Abgang des 18-Jährigen am Rande des FA-Cup-Sieges über Rotherham United nochmals aus: "Keine Chance, das ist unmöglich. Er wird noch viele, viele Jahre bei uns bleiben."


Damit ist Foden einer der wenigen, die es bei Manchester City aus der eigenen Jugend zu den Profis geschafft haben - oder zumindest auf einem guten Weg sind. "Heute hat Phil Foden gezeigt, was in ihm steckt, seine Bewegungen waren unglaublich", schwärmte Guardiola nach dessen Vorstellung am Sonntag. "Das waren 90 Minuten für seine Erfahrung und sein Selbstvertrauen. Natürlich muss er sich noch verbessern. Er wird weiter dazulernen und noch besser spielen."

Phil Foden

Phil Foden wurde mit mehreren Klubs in Verbindung gebracht, bleibt aber bei ManCity



Der Spieler aus Citys Jugend, der nach Foden in dieser Saison die meisten Einsätze bekam (ganze vier) ist gerade zu ​Real Madrid gewechselt: ​Brahim Diaz. Auch der Spanier gilt als Riesentalent, doch er sah bei den Citizens keine Chance, sich durchzusetzen - zu groß ist die Konkurrenz auf dem offensiven Flügel mit Leroy Sane, Raheem Sterling oder Riyad Mahrez. Diaz ging für 17,3 Millionen Euro zu den Königlichen und wählte damit den gleichen Weg wie schon viele vor ihm.


Alleine im vergangenen Sommer verließen Angus Gunn (Southampton), Pablo Maffeo (​VfB Stuttgart) und Angelino (PSV Eindhoven) die Skyblues, im Jahr zuvor wechselte beispielsweise Kelechi Iheanacho für ganze 27,7 Millionen Euro zu Leicester. Das prominenteste City-Talent, das derzeit von sich reden macht, verließ den Klub ebenfalls 2017: Jadon Sancho ging zu ​Borussia Dortmund.


Mit den eben genannten Spielern nahm der Scheich-Klub mehr als 83 Millionen Euro ein - eine stolze Summe. Die Ausgaben Citys sind zwar in der Regel ungleich höher, doch alles in allem helfen die Verkäufe der Talente dabei, dem Financial Fairplay genüge zu tun und sind durchaus ein lukratives Geschäftsmodell.


Allerdings könnte dieses Modell noch wesentlich mehr Geld einbringen, wie das Beispiel Jadon Sancho zeigt: Der BVB zahlte damals nicht einmal acht Millionen Euro - angesichts der heutigen Leistungen ein Schnäppchen. Zudem errechnete die Website CIES Football Observatory den heutigen Transferwert des 18-Jährigen, der bei rund 88 Millionen Euro liegen soll. transfermarkt.de schätzt den Marktwert ebenfalls auf immerhin 70 Millionen Euro.


Sportlich könnte ein Jadon Sancho sicher auch den Citizens helfen, ein Rückkauf wäre jetzt wie beschrieben unglaublich teuer. Stadtrivale ​Manchester United kann ein Lied davon singen: Die Red Devils verscherbelten Paul Pogba bekanntlich 2012 zu ​Juventus Turin, um ihn 2016 für über 100 Millionen Euro zurückzuholen. Seither schafften immer mal wieder Jugendspieler wie Marcus Rashford oder Jesse Lingard den Durchbruch, United hat also offenbar gelernt.


Manchester City dagegen setzt nach wie vor ausschließlich auf externe Neuzugänge und nicht auf die eigene Jugend, sodass die Nachwuchsspieler woanders Spielpraxis suchen und zumindest viel Geld in die Kassen spülen. Der Fall Phil Foden ist derzeit eine Ausnahme, vielleicht gelingt es dem englischen U21-Nationalspieler aber, ein Umdenken zu bewirken. Sofern er die Chance dazu erhält.