Ein Buch zweier Wall Street-Journalisten enthüllt wie es seinerzeit dazu kam, dass Roman Abramowitsch zum Boss und generösen Geldgeber vom ​FC Chelsea wurde. Dabei erzählen sie die Geschichte ein klein wenig anders, als der russische Multi-Milliardär.


Die Geschichte ist eínfach zu schön, um nicht erzählt zu werden. Anfang der Nuller-Jahre fliegt Roman Abramowitsch mit seinem Helikopter über der City of London. Er ist auf dem Rückflug von Manchester. Dort hat sich der Milliardär über die finanzielle Situation von Manchester United informiert. Denn: Abramowitsch will einen Verein kaufen. Einen Fußball-Verein. Einen Eishockey-Klub hat er zu diesem Zeitpunkt bereits. In Omsk. Den völlig darnieder liegenden Klub päppelt er mit großzügigen Spenden zu einem Spitzenklub auf. Doch Eishockey ist nur in Russland und Nordamerika das ganz große Ding. Im Rest der Welt regiert König Fußball. 


Also galt es, einen Fußball-Verein ins Portfolio aufzunehmen. "Nach einem 4:3 von Real Madrid gegen Manchester United dachte ich mir: Du musst unbedingt einen Fußball-Klub kaufen. Ich ließ zehn englische Vereine analysieren. Chelsea schien mir die beste Wahl", erinnert sich der 52-jährige Jahre später an jene Zeit (via 11freunde). 

Chelsea v Nottingham Forest - FA Cup Third Round

Stamford Bridge statt Emirates: Abramowitsch hätte 2003 wohl gerne ein Angebot für Arsenal abgegeben


Doch genau an diesem Punkt erzählen die beiden Autoren des Buches ("The Club") die Dinge etwas anders: Ihren Recherchen nach hätte Abramowitsch 2003 wohl den Stadtrivalen  ​FC Arsenal gekauft, wenn seine Berater (Mitarbeiter der Schweizer USB-Bank) ihn nicht fälschlicherweise darüber informiert hätten, dass dieser Klub gar nicht zum Verkauf stünde. Das Buch enthüllt vielmehr, dass der damalige Vize-Präsident von Arsenal London, David ​Dein, einem Kaufangebot des Oligarchen wohl sehr aufgeschlossen und interessiert gegenübergestanden hätte. 


Allein - aufgrund der Fehlinformationen der Schweizer Berater kam es gar nicht mehr zum Angebot. Stattdessen flog man bereits an besagtem Tage den Heli-Park des Milliardärs an, als man über der Stamford Bridge schwebte. Abramowitsch blickte aus dem Fenster und fragte: "Wessen Stadion ist das?"  Die Antwort: "Chelsea!". Der Rest ist bekannt. Für 140 Millionen Pfund kaufte sich Abramowitsch bei den Blues ein. Unter seiner Ägide feierten die Nordlondoner seitdem unter anderem fünf englische Meisterschaften und einen Champions-League-Triumph (2012 gegen die Bayern in deren "Finale dahoam"). Arsenal holte in derselben Zeitspanne eine Meisterschaft und vier Pokale, ging aber im ganz großen europäischen Konzert stets leer aus. Was Fehlinformationen so auslösen können.