Vor wenigen Tagen unterschrieb ​Dennis Diekmeier einen Vertrag beim ​SV Sandhausen und beendete damit sechs Monate der Arbeitslosigkeit. In der Hamburger Morgenpost sprach der Rechtsverteidiger kurz vor der Unterzeichnung über geplatzte Verträge in Spanien und Belästigungen durch Spielerberater.


Von 2010 bis 2018 kickte Dennis Diekmeier für den ​Hamburger SV, identifizierte sich auch in den schwersten Jahren des Ex-Dinos wie kaum ein anderer mit dem Klub und gehörte zumeist zu den Stammspielern. Im vergangenen Sommer endete dann sein Vertrag bei den Hanseaten, eine Verlängerung über zwei Jahre lehnte er ab. "Wir haben dem HSV be­reits An­fang De­zember mit­ge­teilt, dass Den­nis die­ses An­ge­bot auf­grund der Lauf­zeit nicht an­neh­men wird. Den­nis hätte gerne lang­fris­tig in Ham­burg un­ter­schrie­ben und beim HSV seine Kar­rie­re be­en­det", erklärte sein Berater Volker Struth damals der Bild.


Mit dem erstmaligen Abstieg aus der 1. Bundesliga endete somit auch Diekmeiers Engagement an der Elbe. Im Sommer hatte der 29-Jährige dann einige Optionen, für den spanischen Klub CD Leganes ließ er sogar mehrere Angebote aus der Bundesliga sowie der französischen Ligue 1 links liegen. "Es passte alles", sagte Diekmeier der Hamburger Morgenpost. "Dort zu spielen und in einer so tollen Metropole wie Madrid leben zu können, war sehr reizvoll."


Der Vertrag mit Leganes war bereits ausgehandelt, die Spanier baten ihn aufgrund der Verpflichtung eines neuen Trainers allerdings noch mit der Unterschrift zu warten. Als Mauricio Pellegrini schließlich da war, verlangte er einen Rechtsverteidiger, der spanisch sprach - das Aus für Diekmeier, der sich nun komplett neu orientieren musste. "Ich hatte voll auf die Karte Leganes gesetzt. Während der Verhandlungen habe ich extra alles andere abgeblockt."



Es folgte ein Angebot aus den USA, der Klub bot allerdings nur einen Jahresvertrag, den Diekmeier aus familiären Gründen nicht annahm. Wahrscheinlicher war dann ein Engagement in der Türkei, Besiktas Istanbul soll sich sehr um ihn bemüht haben. Als sich an einem Tag jedoch gleich sieben türkische Berater meldeten, wurde es für Diekmeiers Geschmack "zu krass" und er lehnte auch einen Wechsel dorthin ab.


"Ich wollte unbedingt im Laufe der Sommer-Transferperiode einen Klub finden. Als das nicht klappte, fiel ich erstmal in ein Loch." Am Meisten fehlte Diekmeier die Zeit mit den Kollegen in der Kabine, das ständige Einzeltraining frustrierte ihn. Positiv war lediglich, dass er so viel mehr Zeit für seine Frau und die vier gemeinsamen Kinder hatte. "Die Zeit mit meiner Familie war super. Aber jetzt reicht es erstmal. Ich will wieder kicken, es wird höchste Zeit. Ich brenne!"



Schließlich meldete sich der SV Sandhausen. Ein kleiner Klub aus der 2. Bundesliga, der momentan um den Verbleib in eben dieser kämpft. Doch das war Diekmeier bei der Auswahl seines neuen Arbeitgebers nicht so wichtig, es musste einfach passen. "Die guten Gespräche mit Trainer Uwe Koschinat und den Verantwortlichen des Vereins haben in mir eine große Vorfreude auf die neue Aufgabe am Hardtwald geweckt", zitierte ihn der SVS bei der Vorstellung auf der eigenen Homepage.


"Es ist nicht zu fassen, was so alles schief laufen kann", resümierte Diekmeier seine vereinslose Zeit in der MOPO. "Wie ein schlechter Film." Nun allerdings freut er sich auf die kommenden Aufgaben in Sandhausen, am 30. Januar findet sein erstes Spiel für den neuen Klub im Hamburger Volkspark statt - natürlich. "Das wird sehr speziell. Ein großer Tag."