Überraschend wechselte in der aktuellen Winterpause der Schalker Publikumsliebling Naldo zu AS Monaco. Im Trainingslager in Benidorm gab nun Christian Heidel, Sport-Vorstand der Gelsenkirchener, Einblicke in die Abwicklung des Transfers. Dabei drückte der 55-Jährige auch sein Bedauern aus. 


Über 13 Jahre war der brasilianische Innenverteidiger Naldo mit seinem großen Lächeln ein Publikumsliebling in sämtlichen Bundesliga-Stadien. Seit 2016 in Königsblau verhalf der inzwischen 36-Jährige dem ​FC Schalke 04 in der vergangenen Saison zur Vizemeisterschaft, verlängerte seinen Vertrag - und wechselte dann vorgestern offiziell zum AS Monaco. Für viele Fans der Knappen-Elf ein Schock. Sicher: Mit neuer Konkurrenz auf der Innenverteidiger-Position hatte es in dieser Spielzeit nur für sieben Bundesliga-Einsätze gereicht, doch seiner Beliebtheit tat das keinen Abbruch. 

FC Schalke 04 v Borussia Dortmund - Bundesliga

Gegen Borussia Dortmund wurde Naldo mit einem Tor im letzten Jahr zum Derby-Helden



Der Brasilianer selbst aber war mit seiner Rolle als Spieler immer unzufriedener geworden. Als dann Monaco-Trainer Thierry Henry anklopfte, viel Spielzeit und noch mehr Gehalt bot, war die Sache klar. In und um den Verein hatte die Nachricht für Bedauern gesorgt. So auch bei Sport-Vorstand Christian Heidel, der sich nun im Trainingslager im spanischen Benidorm dafür rechtfertigen musste. "Wir haben Naldo niemals irgendwo angeboten. Ich hätte mir im Traum nicht vorstellen können, dass er den Verein nochmal wechselt", versicherte Heidel laut WAZ. Man habe sich noch über Optionen nach der Karriere ausgetauscht, ein Studium an der kooperierenden Universität in St. Gallen - "Es hat nichts nach einem Wechsel ausgesehen."


Wechsel auf Naldos Wunsch

Erst der Anruf von Naldos Berater, zwei Tage vor dem letzten Bundesligaspiel vor Beginn der Winterpause, habe dann das vorliegende Angebot und den Wechselwunsch des Innenverteidigers deutlich gemacht. Zwar machte der Schalke-Boss laut eigener Aussage deutlich, "dass das kein Thema für uns ist. Wir haben mit Naldo den Vertrag verlängert und werden das zwei Monate später nicht auflösen", doch einen ohnehin schon unzufriedenen Publikumsliebling noch unzufriedener machen - Das habe er dann auch nicht gewollt. 


Über die Konsequenzen war sich der 55-Jährige dabei stets bewusst: "Ich habe zu Naldo noch gesagt: Ich weiß, dass wir dafür ohne Ende auf die Fresse bekommen, wir machen es aber für dich". Und so gehen Spieler und Verein nun in Freundschaft auseinander - und vielleicht auch nur vorerst. Denn das Angebot nach der Karriere, so Heidel, steht noch: "Wenn er das das möchte, können wir morgen darüber reden. Naldo wird immer ein Bild von Schalke sein. Das hat er sich auch verdient. Wenn Naldo kommt, ob er nochmal was auf Schalke machen will, reden wir darüber."