​Hannover 96 befindet sich nach der schwachen Hinrunde mit mageren elf Zählern mitten im Abstiegskampf. Die Niedersachsen haben dabei jedoch ein Problem: Neben den zahlreichen verletzten Spielern ist die Aussicht auf neues Spielermaterial rar. Der sportlichen Führung fehlen die finanziellen Mittel, wie Sportdirektor Horst Heldt und Klub-Chef Martin Kind noch einmal unterstreichen.


Mit Timo Hübers, Edgar Prib, Ihlas Bebou, Noah Sarenren Bazee, Takuma Asano und Niclas Füllkrug musste Trainer André Breitenreiter mehr oder weniger auf eine halbe Startelf verzichten. Drastisch ist vor allem der Ausfall von Torjäger Füllkrug, der aufgrund seines erlittenen Knorpelschadens bis Saisonende ausfallen wird. Mit 14 Treffern avancierte er in der abgelaufenen Saison zum Top-Scorer der Mannschaft, doch auf seine Treffer werden die '96er' vorerst verzichten müssen.


Bislang verpflichteten die Hannoveraner Flügelspieler Nicolai Müller von Eintracht Frankfurt sowie Innenverteidiger Kevin Akpoguma von 1899 Hoffenheim. Beide Akteure wurden bis Saisonende ausgeliehen. Wie die ​Bild vermeldete, liegen die Kosten bei rund 3,5 Millionen Euro. 

Sport-Club Freiburg v Hannover 96 - Bundesliga

Kann sich vorerst nicht mit weiteren Neuzugängen beschäftigen: Horst Heldt



​Klub-Boss Martin Kind ließ durchblicken, wie es finanziell um den Tabellen-17. steht. Die Leihgeschäfte seien eine "deutliche wirtschaftliche Herausforderung", womit klar wird: Die Aussicht auf weitere Neuzugänge ist gering.


Wie der ​Sportbuzzer berichtete, sollen durch einen Verkauf von Iver Fossum noch einmal wichtige Millionen-Einnahmen generiert werden. Bislang wurde jedoch noch kein passender Abnehmer gefunden, weshalb sich die Lage immer weiter zuspitzt.


"Von der Ablöse oder vom Gehalt her können wir uns eben nur auf einem bestimmten Level bewegen", monierte Sportdirektor Horst Heldt die finanzielle Situation gegenüber dem kicker (via ​transfermarkt.de). Zuletzt wurden die Niedersachsen unter anderem mit Ex-Bundesliga-Stürmer Eren Derdiyok, Vincenzo Grifo und Maximilian Philipp in Verbindung gebracht. Lediglich bei Derdiyok wäre wohl eine feste Verpflichtung machbar gewesen, doch auch diese Personalie scheint kaum ernsthaft realisierbar.


Kind: "Wir gucken und entscheiden dann"


"Es ist eine Linie der Vernunft. Wir machen keine Alibi-Veranstaltung. Wir gucken und entscheiden dann, ob wir noch was machen. Oder ob man sagt: 'Es geht nicht'", rechtfertigt Kind die zurückhaltende Herangehensweise auf dem Transfermarkt. Man wolle zunächst einmal die Leistungen im Winter-Trainingslager abwarten, ​dessen Anreise sich bereits zum Fiasko entwickelte


Ohnehin glaubt der 74-Jährige an die Stärke des vorhandenen Kaders: "Die Qualität in der Mannschaft war vielleicht auch in der Hinrunde vorhanden, konnte aber nicht abgerufen werden." Mit den Neuzugängen erhoffe man sich "mehr Stabilität" - vor allem in der Defensive. "Die Innenverteidigung war die größte Baustelle. Der Neue aus Hoffenheim bringt alles mit, was wir brauchen, um Tore erst mal zu verhindern."


Dennoch würde sich wohl auch André Breitenreiter den einen oder anderen neuen Spieler wünschen - doch der sportlichen Führung sind in diesen Tagen die Hände gebunden.