Totgesagte, heißt es, leben länger. Der ​HSV wurde in den letzten Jahrzehnten so oft schon totgesagt, dass er wohl ein fast biblisches Alter erreichen wird. Aber Spaß beiseite: für 2019 kündigt sich ein Parforce-Ritt für den ehemaligen Nobelklub von der Alster an, der trotz der aktuell sportlich einigermaßen beruhigenden Situation zu einer echten Belastungsprobe für die Existenz des Verein werden könnte.


Vier Dinge stehen im Volkspark momentan an erster Stelle: Wiederaufstieg, Präsidentenwahl, Rückzahlung der Fan-Anleihe (17,5 Millionen Euro) und Verlängerung des Lizenzvertrages für die Namensrechte am Volksparkstadion (aktuell 4,0 Millionen Euro Einnahmen).


In Bezug auf den ersten der genannten Punkte ist man aktuell auf einem sehr guten Weg. Daran konnte auch der Dämpfer am Vortag von Heiligabend in Kiel nichts ändern. Wenn die Mannschaft in der Rückrunde genauso seriös an die Aufgabe herangeht, wie über weite Strecken der Hinserie, sollte der Aufstieg machbar sein.


Auf institutioneller Ebene ist die Präsidentenwahl in gut zwei Wochen das Highlight des Jahres. Drei Kandidaten stellen sich am 19. Januar zur Wahl. Nicht wenige im Umfeld des Klubs hoffen, dass es mit dem ehemaligen HSV- und Nationalspieler Marcell Jansen jemand mit anerkannter sportlicher Expertise bis in den Chefsessel des HSV schafft.


Doch die eigentlichen Klippen auf der Überfahrt von Liga 2 nach Liga 1 liegen, logischer- und traditionellerweise, im Kaufmännischen, und somit am Geld, das beim HSV schon seit Jahren eigentlich gar nicht mehr da ist. Mit der für dieses Jahr fälligen Rückzahlung der 2012 getätigten Fan-Anleihe (Gesamtvolumen: 17,5 Millionen; Quelle: Hamburger Abendblatt) kommt eine gewaltige finanzielle Belastung auf den Klub zu, die wohl - seriöserweise - nur durch ​entsprechende Spielerverkäufe gemildert werden kann.


Und dann wären da noch die Namensrechte. Und damit kommt wieder ein Name ins Spiel, der im Volkspark dem einen oder anderen Angstschauer über den Rücken jagt: Klaus-Michael Kühne. Der hält besagte Rechte bekanntlich seit drei Jahren. In diesem gerade gestarteten Jahr 2019 läuft der Vertrag zwischen ihm und dem Verein aus. Vier Millionen Euro lässt sich Kühne es kosten, dass der HSV in seinem "Volksparkstadion" spielen kann. Und nicht in irgendeiner Banken-Arena oder Versicherungs-Park. 


Im November wollte der HSV diesen Kontrakt eigentlich gerne verlängern, aber Kühne, mal wieder irritiert über irgendwelche Indiskretionen, beendete die Verhandlungen, noch bevor sie überhaupt begannen. Mit den Kosten aus dem Paket "Fan-Anleihe" und den womöglich wegfallenden Erträgen aus dem Paket "Namensrechte" könnte im schlimmsten Fall ein Loch von über 21 Millionen entstehen. Das wäre schon für einen solide-gesunden Klub aus dem Mittelfeld der Ersten Liga eine echte Härte. Für den HSV könnte es zur absoluten Schicksalsfrage werden.