LONDON, ENGLAND - NOVEMBER 29: Callum Hudson-Odoi of Chelsea during the UEFA Europa League Group L match between Chelsea and PAOK at Stamford Bridge on November 29, 2018 in London, United Kingdom. (Photo by James Williamson - AMA/Getty Images)

Callum Hudson-Odoi zum FC Bayern: Das Transfergerücht im Check

Der FC Bayern ist auf der Suche nach frischem Blut für den Kader und ist bereit, viel Geld auf den Tisch zu legen. Doch es sollen nicht nur "fertige" Spieler den Rekordmeister verstärken: Neben dem kanadischen Talent Alphonso Davies soll auch der 18-Jährige Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea bereits im Winter nach München kommen. Was ist dran an den Gerüchten, wie wahrscheinlich ist ein Wechsel?

1. Verlässlichkeit der Quellen

Erste Gerüchte tauchten bereits Ende November in der Sun auf. Um Weihnachten herum wurde es dann immer konkreter, die Daily Mail und auch Sky Sport berichteten von einem ersten Angebot, laut Sport Bild hat sich Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic bereits mit der Familie von Hudson-Odoi getroffen. Angesichts so vieler übereinstimmender Berichte ist davon auszugehen, dass die Bayern tatsächlich am englischen Talent interessiert sind - und ihn schon im Winter verpflichten wollen.

2. Sportlicher Aspekt

Callum Hudson-Odoi ist ein Flügelspieler. Durch den Abgang von Arjen Robben und Franck Ribery haben die Bayern genau dort ab Sommer einen dringenden Bedarf. Mit Kingsley Coman und Serge Gnabry bleiben ab Sommer aktuell lediglich zwei erfahrene Spieler für die Außenbahn übrig, dazu kommt Alphonso Davies.


Doch ob der 18-Jährige dem Rekordmeister wirklich sofort weiterhelfen kann, ist fraglich. Hudson-Odoi kam bislang in lediglich zehn Pflichtspielen für Chelsea zum Einsatz und konnte deshalb seine Klasse noch nicht unter Beweis stellen. Die Bayern müssen also darauf setzen, dass ihr Scouting so gut ist wie das von Borussia Dortmund. Der BVB verpflichtete Jadon Sancho damals, ohne dass er auch nur einmal für die Profis von Manchester City aufgelaufen war. Der Rest ist bekannt. Da die Dortmunder ebenfalls an Hudson-Odoi interessiert sein sollen, scheinen die Bayern aber auf einem guten Weg zu sein.


Für den Flügelstürmer wäre ein Wechsel in die Bundesliga und sogar zum FC Bayern möglicherweise genau richtig. Während er bei Chelsea derzeit keine Chance hat, auf dem Feld zu stehen, könnte er bei den Bayern vom Abgang der Altstars profitieren und Spielzeit sehen. Vielleicht gelingt ihm dann der Durchbruch, andere englische Talente in der Bundesliga haben es ihm vorgemacht. Verpflichten die Bayern allerdings noch den oder anderen Star oder haben nur wenig Geduld mit Hudson-Odoi, könnte er auch in München nur die Bank sehen.

3. Finanzieller Aspekt

Der Preis, der für Hudson-Odoi aufgerufen wird, erscheint happig. Ein erstes Angebot von rund 14 Millionen Euro soll der FC Chelsea abgelehnt haben, wie Sky Sports UK nun berichtet, hat der FC Bayern auf etwa 22 Millionen erhöht. 


Zum Vergleich: Dortmund bezahlte für Jadon Sancho nicht ganz 8 Millionen Euro - machen zehn Pflichtspiele wirklich 14 Millionen aus? Zudem läuft der Vertrag des englischen U19-Nationalspielers 2020 aus. Sofern Hudson-Odoi also nicht vor hat, zu verlängern, dürften die Blues sehr froh sein, noch so viel Geld für ihn zu kassieren.


Die Bayern haben das Geld zwar und kündigten bereits an, viel Geld in den Kader investieren zu wollen, dennoch ist die Ablöse für einen Spieler mit derart wenig Erfahrung doch sehr hoch. Trotz allem scheinen die Münchener den Rechtsfuß unbedingt verpflichten zu wollen. Koste es, was es wolle.

4. Wechselwahrscheinlichkeit

Callum Hudson-Odoi spielt für den FC Chelsea, seit er acht Jahre alt ist. Für ihn werden die Londoner sicher der erste Ansprechpartner sein und sollte er gute Aussichten haben, demnächst an der Stamford Bridge mehr Einsatzzeit zu sehen, wird er sich womöglich eher für einen Verbleib entscheiden und seinen Vertrag verlängern. 


Doch schaut man sich die Konkurrenzsituation an, dann wird es wohl eher schwierig, wie bei so vielen englischen Klubs. Deshalb wird Hudson-Odoi in die Bundesliga blicken und sich an Jadon Sancho oder Reiss Nelson ein Vorbild nehmen. 


Angesichts der Summe, die die Bayern offenbar bereit sind, zu zahlen, wird der FC Chelsea sicher auch nicht abgeneigt sein, den 18-Jährigen ziehen zu lassen, denn ansonsten könnte er 2020 ablösefrei gehen. Sollten sich die Bayern wirklich ernst machen, werden die Blues wahrscheinlich irgendwann schwach werden und Hudson-Odoi wechselt an die Isar.