Stell Dir vor: Ein Weltmeister und Ex-Spieler von Real Madrid ist auf dem Markt - und keiner will ihn haben. Nachdem Mesut Özil (30) von seinem Klub ​Arsenal London ziemlich unmissverständlich ins Schaufenster gestellt wurde, hatten sich die Londoner wohl einige Anfragen interessierter Klubs versprochen. Doch bislang hat nur Inter Mailand bekundet, den Spieler verpflichten zu wollen. Aber da will der Spieler eigentlich gar nicht hin.


2017 war der Ex-Nationalspieler bereits mit den Norditalienern in Verbindung gebracht worden, signalisierte aber schon damals recht deutlich, nicht aus London wegziehen zu wollen. Knapp eineinhalb Jahre später ist wieder Murmeltier-Tag in Fußballeuropa, und alles steht bei allen auf dem Prüfstand. Bei den Gunners fängt man vor allem an, genau zu rechnen. Und 400.000 Euro pro Woche, multipliziert mit vier und danach mit zwölf, ergibt ein wahnwitziges Gehalt von annähernd 20 Millionen Euro per annum. 


Astronomisches Gehalt schreckt ab


Aber - wofür genau? Für ein paar Dribblings (wenn überhaupt), ein paar in die Tiefe gespielte Pässe oder brotlose Ballkünste? Und das, wohlgemerkt, gegen die sogenannten "leichten" Gegner. Gegen die Schwergewichte versteckt sich der ehemalige Löw-Liebling ja sowieso gerne mal. Es scheint, dass mittlerweile auch in England das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Das Problem: über diese Finanzkraft verfügt außerhalb der Insel kaum jemand. Und die paar Klubs, die es tun (Real Madrid, FC Barcelona, Paris St.Germain und noch ein, zwei Italiener) haben kein Bedarf an einem Alibi-Spieler, der zwar an guten Tagen ein Spiel ganz alleine entscheiden kann, aber viel zu wenig von diesen Tagen in den letzten Jahren hatte. 

Arsenal v Qarabag FK - UEFA Europa League - Group E

Die möglichen Interessenten schrecken bei Mesut Özil reihenweise zurück


Tja, und wenn doch noch ein Interessent um die Ecke kommt, wie im vergangenen Jahr und auch in diesem Winter Inter Mailand, dann will der Spieler nicht. Die vorzeitige Vertragsverlängerung der "Kanoniere" mit ihrem einstigen Aushängeschild im Frühjahr dieses Jahres erweist sich jetzt als kostspieliger Boomerang. Unter Neu-Trainer Unai Emery kommt der ehemalige Schalker und Werderaner nicht mehr zum Zug. Das Problem sind die hohe Ablöse (der mittlerweile nach unten korrigierte Marktwert des Mittelfeldakteurs liegt aktuell bei 35 Millionen) und das schon kommentierte Gehalt.


In dieser Konstellation ist eigentlich nur eine Leihe denkbar. Wenn der Spieler aber nicht will, bleibt nichts anderes als den Vertrag zu erfüllen. Und der läuft nach besagter Ausweitung des Arbeitspapiers noch bis 2021. Das könnten also noch zweieinhalb teure Jahre für den Londoner Klub werden.  ​