Spanischen Medienberichten zufolge ​wechselt Lucas Hernandez in der Winterpause von Atletico Madrid zum ​FC Bayern München und verstärkt den Rekordmeister in der Defensive. Wir werfen einen Blick auf den Spieler und analysieren, welche Transferstrategie die Bayern damit verfolgen.


Auf dem Papier sind die Bayern in der Abwehr bestens besetzt: Hummels, Boateng und Süle in der Innenverteidigung, Alaba sowie Kimmich für die defensiven Außenpositionen. Nun ein weiterer Hochkaräter für eine kolportiere Ablösesumme von 80 Millionen Euro und der geneigte Leser stellt sich die Frage, wo beim besten Willen noch eine Planstelle in Bayerns Abwehr unbesetzt sein mag. Zumal sich die Gerüchte verdichten, dass auch Pavard im Sommer zum FCB wechseln soll

France v Croatia - 2018 FIFA World Cup Russia Final

Weltmeister für den FCB? Hernandez (r., neben Giroud) war beim Titelgewinn der Franzosen hinten links gesetzt


Betrachtet man jedoch die aktuelle Saison der Bayern und die langfristige Formkurve von Hummels und Boateng, wird deutlich, dass beide nicht mehr an ihre Glanzzeiten der letzten Jahre anknüpfen können. Geschwindigkeitsdefizite gegen sprintstarke und bewegliche gegnerische Offensivreihen stellen das ehemalige Traumduo vor immer größere Probleme, wie bereits während der Weltmeisterschaft und in der aktuellen Hinrunde der Bayern beobachtet werden konnte.
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Laut Statistiken (Quelle: whoscored.com) zeichnet sich Hernandez insbesondere durch gute Dribblings und sicheres Kurzpassspiel aus, was sicherlich von einer guten Technik sowie Ballbehandlung zeugt. Die Statistik zeigt zudem, dass er mit durchschnittlich 3,8 geklärten Toraktionen pro Spiel im oberen Bereich der spanischen Liga rangiert und ähnliche Werte wie beispielsweise Pique oder Varane aufweisen kann.

Seine Spielstärke bringt er hauptsächlich auf der linken Abwehrseite ein, Hernandez kann jedoch auch flexibel in die Innenverteidigung verschoben werden und könnte so dem zeitweise statischen Spiel der Bayern mehr Spielwitz verleihen. Hummels und Boateng, die diese Aufgabe in den letzten Jahren exzellent eingenommen haben, sorgen gegenwärtig nicht mehr für die großen Überraschungsmomente aus der Abwehr heraus und nehmen dem Spiel der Bayern gewissermaßen das unberechenbare Element.

Mit seinen 22 Jahren ist Hernandez zudem ein Versprechen für die Zukunft und kann den Umbruch in der Defensive der Bayern einläuten. Wo Coman und Gnabry bereits in den Startlöchern für die Offensive stehen, um Robben und Ribery zu beerben, benötigt der FCB auch in der Defensive frisches Blut, um mittelfristig eine neue stabile Abwehrreihe aufzubauen. Ein amtierender Weltmeister und Schüler von einem der größten Defensivspezialisten in Europa, Diego Simeone, ist auch in Anbetracht der im ersten Moment enorm wirkenden Ablösesumme, ein sehr guter Anfang