​Lange blieb ​Borussia Mönchengladbach in dieser Saison weitestgehend von Verletzungen verschont, doch das Glück scheint aufgebraucht. Im gestrigen Spiel in ​Hoffenheim kamen die beiden Angreifer Lars Stindl und Raffael zur Verletztenliste hinzu - die Fohlen müssen in der Offensive also etwas umbauen.


Weltmeister Christoph Kramer war der erste, der mit einem Außenbandanriss im Sprunggelenk, welchen er sich während der Länderspielpause in einem Testspiel zuzog, länger pausieren musste. Im Spiel gegen ​Hannover 96 verletzte sich dann Matthias Ginter und kehrt erst im Januar zurück, außerdem fehlt seit dieser Partie auch Mittelfeldspieler Jonas Hofmann. Hinzu kam am Samstag der Ausfall von Tony Jantschke schon vor der Partie in Hoffenheim, bei der die Borussia den Punktgewinn mit weiteren Verletzungen teuer bezahlte.


Wie die Gladbacher auf der Vereinshomepage bekannt gaben, zog sich Raffael am Samstag nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung einen Schlüsselbeinbruch zu. "Der Brasilianer ist nicht mit der Mannschaft zurück nach Mönchengladbach gereist, sondern ist gemeinsam mit Mannschaftsarzt Dr. Ralf Doyscher im Kraichgau geblieben und wird am heutigen Sonntag in Heidelberg operiert." Der 33-Jährige wird also vorerst ausfallen - was ihm bei den anstehenden Vertragsverhandlungen sicher nicht hilft.


Lars Stindl zog sich eine Innenband- und Kapselverletzung am linken Sprunggelenk zu. Dort hatte er sich bereits im April dieses Jahres verletzt und deshalb vermutlich auch die Weltmeisterschaft in Russland verpasst. "Bei Lars haben wir noch Hoffnung, dass es nicht so dramatisch ist", wird Verteidiger Oscar Wendt von der Bild zitiert. Auf der Gladbacher Homepage heißt es, dass am Montag über einen Einsatz im nächsten Spiel gegen den ​1. FC Nürnberg entschieden wird. Die Partie findet bereits am Dienstag statt, dementsprechend besteht Hoffnung, dass die Verletzung nicht so schwerwiegend ist.


Heckings Optionen ohne Raffael und Stindl


Was bedeutet ein Ausfall der beiden Stürmer? Fest steht, dass Alassane Plea nun wohl wieder dauerhaft im Sturmzentrum auflaufen wird. Thorgan Hazard wird weiterhin eine der beiden Flügelpositionen bekleiden und für die zweite hat Trainer Dieter Hecking einige Optionen. Zu Saisonbeginn, als Raffael und Stindl schon einmal gemeinsam fehlten, kamen hier Fabian Johnson und Patrick Herrmann zum Einsatz. Zuletzt gegen ​Stuttgart, als Stindl im Mittelfeld spielte, stand Ibrahima Traore in der Startelf.


Mit Josip Drmic sollte nicht unbedingt gerechnet werden. Zwar ist der Schweizer ein zentraler Stürmer und möglicherweise eine Option als Backup für Plea, doch der 26-Jährige wurde von Hecking in dieser Saison noch nicht im Kader berücksichtigt und es deutet wenig darauf hin, dass sich dies ändert. Der Fokus wird auf den Flügelspielern liegen und je nach dem, wie lange Stindl und Raffael fehlen, könnte auch ein Abgang von Patrick Herrmann vom Tisch sein. ​Das wäre ganz nach Heckings Geschmack.


Spielerisch allerdings wartet eine große Herausforderung auf den Coach. Gegen Nürnberg im Borussia-Park werden die Gladbacher zwangsläufig das Spiel machen müssen und es erwartet sie wohl eine ähnliche Geduldsprobe wie schon gegen Stuttgart. Am kommenden Freitag geht es dann nach Dortmund. Wird es hier aufgrund der Ausfälle ​erneut eine offensiv schwache Vorstellung geben, dürfte das Spiel nicht so glimpflich ausgehen wie noch in Hoffenheim.