Wenn ​RB Leipzig am Sonntag um 15:30 Uhr den ​1. FSV Mainz 05 empfängt, will der Underdog aus Mainz nicht nur mauern: „Wir können mit jeder Mannschaft mithalten und wollen auch gegen Leipzig bestmöglich punkten“, sagte Sportdirektor Rouven Schröder auf der Pressekonferenz am Freitag.


RB dürfte das enttäuschende ​Europa-League-Spiel vom Donnerstag noch in den Knochen und den Köpfen haben: Das Unentschieden reichte nicht, um sich im Wettbewerb zu halten. Mainz stellt sich daher auf eine Trotzreaktion der Gastgeber ein. Mainz kommt immerhin als souveräner Zehnter nach Leipzig und hat einen angenehmen Vorsprung auf die Abstiegszone. Allerdings verlor man in der laufenden Saison gegen die Spitzenteams der Liga.


Trainer Sandro Schwarz ist wohl sehr intensiv mit der Aufstellung beschäftigt. „Wir haben eine englische Woche vor der Brust. Es hängt auch davon ab, welche Spielerprofile wir in Leipzig benötigen“, erklärte er vor der Partie.


Abwehr


Im Tor steht voraussichtlich wieder Robin Zentner. Von allen Bundesligatorhütern hat er die meisten Torschüsse abgewehrt und einige Patzer der löchrigen Mainzer Abwehr ausgebügelt. Sein Konkurrent Florian Müller hat nur individuell trainieren können und wird an Zentner zumindest in diesem Jahr nicht mehr vorbei kommen. René Adler ist nach wie vor verletzt.


Die Viererkette könnte aus Daniel Brosinski, Stefan Bell, Moussa Niakhaté und Aarón Martín bestehen. 05-Kapitän Niko Bungert fällt mit einer Mandelentzündung aus. Die Abwehr der Mainzer ist gar nicht so schlecht wie ihr Ruf, denn in der Liga haben nur ​Borussia Dortmund und eben RB Leipzig weniger Gegentore kassiert.


Mittelfeld


Im Mittelfeld wird Pierre Kunde vor der Abwehr die ersten Bälle abfangen. Davor sollen Jean-Philippe Gbamin und Danny Latza gemeinsam auflaufen. Die beiden eher defensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler kommen auf zwölf beziehungsweise sieben Einsätze und zählen zu den Stammkräften der Mainzer. Auch Jean-Paul Boëtius vertraute Sandro Schwarz bereits elf Mal in dieser Saison. Er könnte mal wieder die Zehnerposition bekleiden, statt auf seiner etatmäßigen Linksposition zu spielen. Dies hat jedenfalls gegen den ​SC Freiburg für eine Torvorlage gereicht. Ansonsten ist die Ausbeute des Niederländers ausbaufähig.


Mainz könnte alternativ auch mit einer Raute im Mittelfeld auflaufen, doch gegen die offensivstarken Leipziger wäre das sicherlich riskanter als das zuletzt übliche System mit drei defensiven Akteuren. Im Falle einer Raute wäre Eigengewächs Ridle Baku jedenfalls wieder einsatzbereit. Bis zu seiner Verletzung vor zwei Monaten gehörte er dauerhaft zur Startelf der 05er und könnte gegen Leipzig sein Comeback feiern. In der Rückrunde 2017/18 feierte er sein Bundesligadebüt gegen Leipzig und schoss dabei sogar ein Tor. Für ihn müssten Latza oder Gbamin auf die Bank, doch Schwarz wird sich diese Variante vermutlich eher für Notfälle aufheben.


Angriff


Im Sturm wird Jean-Philippe Mateta erwartet. Der Franzose ist Toptorschütze bei Mainz und kam in der Bundesliga bisher immer zum Einsatz. Allerdings gibt es Zweifel, was seinen Sturmpartner angeht. Robin Quaison holt sich zwar oft Bälle aus dem Mittelfeld heraus, kommt aber erst auf einen einigen Treffer. Die Alternativen heißen Levin Öztunali oder Alexandru Maxim. Sandro Schwarz kann sehr flexibel planen; viele Mainzer können mehrere Positionen spielen.


Die potenzielle Aufstellung im Überblick:

Mainz