José Mourinho und Paul Pogba scheinen bei Manchester United keine Freunde mehr zu werden. Seit Monaten gilt das Verhältnis zwischen 'The Special One' und dem exzentrischen Mittelfeldspieler als angespannt, was immer wieder durch neue Berichte über Streitigkeiten befeuert wird. Nach Pogbas enttäuschender Leistung im Champions-League-Spiel gegen den FC Valencia (1:2) setzte Ex-United-Stürmer Michael Owen zur Kritik an, und teilte dabei auch gegen Mourinho aus.


Es ist ein wenig verwunderlich. Bei der Weltmeisterschaft im Sommer gehörte ​Pogba, der im Sommer 2016 für die damalige Rekord-Ablösesumme von 105 Millionen Euro von Juventus Turin zu Manchester United zurückkehrte, zu den besten Spielern der französischen Nationalmannschaft, die sich schlussendlich den begehrten Pokal sicherte.


In Manchester liegen seine Leistungen jedoch regelmäßig hinter den Erwartungen zurück. Nach einem guten Saisonstart, weshalb der 25-Jährige sechs Torbeteiligungen in 14 Premier-League-Einsätzen vorweisen kann, tauchte er zuletzt ab und blieb nach seinem Kurzeinsatz gegen Arsenal London im Duell gegen den FC Fulham über 90 Minuten auf der Bank.


Beim 1:2 in Valencia stand er hingegen über die volle Distanz auf dem Feld, konnte dabei allerdings kaum überzeugen. "Es frustriert mich sehr, ihn zu sehen, weil ich weiß, dass er so viel besser ist, als wir es Woche für Woche sehen", ärgerte sich BT-Sport-Experte Michael Owen, der selbst von 2009 bis 2012 im Dress der Red Devils auflief, über Pogbas schwache Leistungen.

Valencia v Manchester United - UEFA Champions League Group H

        Erwischte einen gebrauchten Champions-League-Abend: Paul Pogba


Jedoch sieht er auch Mourinho in der Pflicht: "Ich bin der Meinung, dass er in einer bestimmten Mannschaft mit einer bestimmten Spielweise ein Weltklasse-Spieler wäre. Ich schlage mich schon fast auf seine Seite, weil ich nicht glaube, dass die Spielweise der Mannschaft oder die Art, wie ihn der Trainer behandelt, es einfacher macht, das Beste aus ihm herauszuholen."


Dem 38-Jährigen zufolge würde Pogba unter der Leitung von Jürgen Klopp oder Pep Guardiola "zu den besten Spielern der Welt" zählen, doch bei United gehört er lediglich zum Durchschnitt. "Ich denke, der Trainer muss einen Teil der Schuld auf sich nehmen. Das System, wie er spielt. [...] Als Spieler ist es frustrierend, wenn du ihn [Paul Pogba, Anm. d. Red.] siehst. Er sieht noch immer wie ein 16- oder 17-Jähriger aus, der das Spiel noch lernt."


Daher solle sich Pogba in den kommenden Wochen Videos von United-Legende Paul Scholes (1991-2013) ansehen, um zu lernen, "wann man mit einer Berührung spielt, wann man den Ball laufen lässt, [und] wann man Spieler bezwingt."


Mourinho stichelt erneut


Dem gegenüber vertritt Mourinho eine andere Meinung. Der Portugiese war mit dem schwachen Auftritt seiner Mannschaft unzufrieden und stichelte indirekt gegen seinen Schützling: "Ich habe aus diesem Spiel nichts gelernt. Nichts, was hier passiert ist, hat mich überrascht. Ich erwarte mehr von meinen Spielern, besonders von denen, die... Fragen Sie doch mal, warum sie nicht spielen..." (via ​Sport Bild).


Der Kontrakt des Weltmeisters läuft noch bis 2021, allerdings wird Pogba von Mino Raiola vertreten. Der Star-Berater ist dafür berüchtigt, Transfers mit allen Mitteln zu erzwingen. Sollte Mourinho weiterhin in Manchester im Amt bleiben, könnte daher möglicherweise Bewegung in einen möglichen Abgang aus Manchester kommen.