Mit ​Borussia Mönchengladbach steht Dieter Hecking aktuell auf Rang zwei der Bundesligatabelle. Der Trainer hat nach den vollmundigen Aussagen im Frühjahr geliefert, als er darum bat abzuwarten, bis er mal keine Verletzten mehr hat und mit dem gesamten Kader arbeiten kann. Daher ist die Fohlenelf aktuell ein Spitzenteam für den Übungsleiter. Vor seinem Kollegen Pep Guardiola zieht er allerdings den Hut.


Es ist noch nicht allzu lange her, da verteufelte ein Großteil der Gladbacher Anhänger den aktuellen Trainer Dieter Hecking. Die vergangene Saison war enttäuschend, hatte aber auch damit zu tun, dass der Coach etliche Verletzte zu beklagen hatte und daher nie im vollen Umfang mit der Mannschaft arbeiten konnte, wie er sich das wünschte. Daher bat er im Frühjahr um Nachsicht und kündigte an, dass aus dem Team weitaus mehr herauszuholen sei, als es zu jenem Zeitpunkt der Fall war.


Die aktuelle Situation bestätigt die damalige Einschätzung Heckings und der Trainer hat seinen Aussagen von damals Taten folgen lassen. Die Borussia steht auf Rang zwei der Tabelle, vor dem FC Bayern, mit dem zweitbesten Torverhältnis der Liga. Die Neueinkäufe haben eingeschlagen und aktuell deutet wenig darauf hin, dass der Höhenflug alsbald beendet sein könnte.


Im Interview mit der Zeit sagt Hecking dann auch: „Wer nach 14 Spieltagen Zweiter ist, darf von sich sagen, in diesem Moment eine Spitzenmannschaft zu sein.“ Tatsächlich könnte am Ende der Hinrunde ein neuer Punkterekord stehen. Der liegt seit der Drei-Punkte-Regel aktuell bei 33 nach 17 Spieltagen. Sowohl 2011 als auch 2013 konnten die Fohlen so viele Zähler sammeln, im Moment stehen 29 auf der Habenseite. Ein Punkt aus dem beiden kommenden Auswärtspartien in Hoffenheim und Dortmund und ein weiterer Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg und es wäre zumindest eine Einstellung des Rekords möglich.


Und während Dieter Hecking heute also selbst ein Spitzenteam trainiert, zeigt er Demut gegenüber seinem ehemaligen ​Bundesliga-Kollegen Pep Guardiola. „Ich glaube, dass wir beim Blick auf ihn einen Fehler gemacht haben“, so der 54-Jährige. „Als er kam mit dem erdrückenden Ballbesitzfußball, dachten alle: Das ist die Zukunft. Aber viele von uns hatten gar nicht die Methodik als Trainer, das ihrer Mannschaft so zu vermitteln, wie Guardiola das offensichtlich kann.“


Beeindruckt ist er auch davon, wie sich der katalanische Trainer „für jede Eventualität in einem Spiel“ einen Gegenplan überlegt. Daher verglich Hecking den ManCity-Coach mit einem „Schachspieler“, der sich immer Lösungen einfallen lässt und ausdenkt. Er könne sogar Vereine aus der Zweiten Liga „besser machen“. Dabei sei es die „Art zu arbeiten, wie er Fußball analysiert und Visionen umsetzt“, was ihn zusätzlich begeistert.


Sollte die Borussia auf dem eingeschlagenen Weg bleiben, könnten sich die Wege der beiden Übungsleiter durchaus wieder kreuzen. Dann wäre ein Wiedersehen in der Königsklasse möglich. Dann darf sich Hecking im Kampf um drei Punkte oder ein Weiterkommen davon überzeugen, welch ausgefuchstes Trainergenie bei ​Manchester City auf der Bank sitzt. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.