Der ​FC Schalke 04 muss sich nach den Ergebnissen der letzten Wochen endgültig eingestehen, in einer tiefen Krise zu stecken. Der 1:2-Niederlage im Derby gegen Borussia Dortmund, folgte ​die vernichtende Kritik des Ex-Hamburgers Rafael van der Vaart. Jetzt meldet sich auch noch der frühere Schalke-Coach Felix Magath zu Wort.


2009 folgte beim FC Bayern München der niederländische Trainer Louis van Gaal auf Jürgen Klinsmann. Doch die Trainerpersonalie, die in jenem Sommer den meisten Wirbel verursachte, war der Wechsel von Felix Magath zum FC Schalke. Ein paar Wochen zuvor war er mit dem VfL Wolfsburg nach einer famosen Rückrunde deutscher Meister geworden. Auf Schalke stand Magath nach seinen Erfolgen von Anfang an unter Zugzwang. 


"Schalke im Herzen zu haben, ist schwierig"


Mit der WAZ hat der 65-Jährige über die damalige Zeit gesprochen: "Schalke im Herzen zu haben, ist schwierig. Weil sie mit der Arbeit, die ich geleistet habe, nicht zufrieden waren. Wir sind nicht als Freunde auseinandergegangen", sagte Magath. In seiner ersten Saison erreichte er mit den Königsblauen die Vizemeisterschaft, im Folgejahr rutschte Schalke ab und verhinderte nur knapp den Abstieg. Die letzten zwei Saisonmonate mussten die Knappen ohne Magath auskommen, der Mitte März 2011 entlassen wurde. In Gelsenkirchen bekleidete er neben seinem Trainerposten auch den des Managers. 

"Wir hatten damals keine Mannschaft, die in der Lage war, jahrelang auf höchstem Niveau zu spielen. Also mussten wir den Umbruch einleiten", unterstrich Magath. Dennoch ergänzte er: "Ich habe es da nicht hinbekommen, Ergebnisse zu liefern." Sein Nachfolger wurde im Frühjahr 2011 Ralf Rangnick. Doch der heutige Trainer von RB Leipzig trat bereits im September desselben Jahres aus gesundheitlichen Gründen zurück. Magath trat nur zwei Tage nach seiner Entlassung auf Schalke seinen neuen Job beim VfL Wolfsburg an. Seine zweite Amtszeit war allerdings weit weniger von Erfolg gekrönt als die erste. Nach Stationen beim FC Fulham und SD Luneng in China ist er momentan vereinslos. 


Jedoch hob Magath auch die positiven Folgen seines Schalke-Engagements hervor: "Finanziell geht es Schalke besser. Und ich glaube, dass meine Arbeit die Grundlage geschaffen hat, dass der Klub wirtschaftlich gesünder dasteht", beurteilte Magath. Im Hinblick auf die sportlich brenzlige Lage vermutet er, dass der Verein keine Fortschritte gemacht hat: "Die Ergebnisse lassen nicht darauf schließen, dass der Verein sportlich weiter wäre."