Mit japanischen Spielern hat der ​HSV in den letzten Jahren recht gute Erfahrungen gemacht. Den Anfang machte 2003 Naohiro Takahara, der insgesamt 97 Spiele für die Rothosen absolvierte und dabei 13 Treffer erzielte. Es folgten Gotoku Sakai und das Eigengewächs Tatsuya Ito. Jetzt trainiert ein Torwart vom Poldi-Klub Vissel Kobe bei den Hanseaten vor.


Als am vergangenen Mittwoch kurzfristig der Ausfall des bisherigen Stammtorwarts Julian Pollersbeck drohte, schauten nicht wenige HSV-Fans besorgt auf die Liste der personellen Alternativen. Auf derselben stehen mit Tom Mickel und Morten Behrens zwei Namen, die nicht zu den namhaftesten Vertretern auf dieser Position zählen. 


Der erstgenannte, seit 2015 wieder beim HSV, kam in diesen drei Jahren auf ganze zwei ​Bundesliga-Einsätze (kurioserweise beide in Augsburg, und in sportlich bereits irrelevanten Spielen). Der zweite, Morten Behrens, ist sogar schon seit 2013 beim aktuellen Tabellenführer der ​Zweiten Liga angestellt, konnte aber noch keinen einzigen Pflichtspiel-Einsatz verbuchen. 


Nur logisch also, dass man sich nach Kandidaten umschaut, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Und fündig scheint man, laut Bild, in Kobe geworden zu sein: Daiya Maekawa (24), bislang bei Vissel Kobe unter Vertrag, trainiert diese Tage mit der ersten Mannschaft des HSV. Die Leistungsdaten lesen sich ziemlich unspektakulär: In der J-League kam der 24-jährige Schlussmann erst in den letzten vier Spielen zum  Zug, kassierte dabei sechs Treffer. Zusätzliche Einsatzzeiten erhielt er in den beiden Pokalwettbewerben (J-League-Cup, sieben Spiele; Kaiserpokal, ein Spiel). 


Was die körperlichen Attribute anbelangt, ist der Japaner durchaus mit Pollersbeck vergleichbar (1,91 Meter Körpergröße bei 86 kg Gewicht). Finanziell dürfte die Operation eher kein bedeutendes Risiko für den HSV darstellen. Mit einem Marktwert von 50.000 Euro (laut transfermarkt.de) könnte der in Kobe geborene Keeper sogar zu einem echten Schnäppchen werden.