Trotz der schwachen Hinrunde wird der ​FC Schalke 04 vermutlich keine Transferoffensive im Winter forcieren. Sportvorstand Christian Heidel vertraut auf den jetzigen Kader und die Verletzten, die bald zurückkehren werden. Außerdem wollen Schalkes Vorsitzender Clemens Tönnies und der Aufsichtsrat Heidel angeblich einen Experten zur Seite stellen. 


Auf kicker-Nachfrage erklärte Sportvorstand Christian Heidel nach der 1:2-Niederlage gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund, dass Neuzugänge "keine Auswirkungen auf unsere derzeitige Situation" hätten. Schalke steckt weiterhin im unteren Tabellendrittel mit einem nach 14 Spielen ernüchternden Punkteschnitt von 1,0 pro Spiel. Vor allem spielerisch mangelt es an Ideen und Impulsen.


Zumindest werden derzeit verletzte oder angeschlagene Angreifer wie Mark Uth, Breel Embolo, Guido Burgstaller oder Franco Di Santo spätestens zum Rückrundenbeginn wieder einsatzbereit sein. Heidel sagte, dass man vielmehr auf das jetzige Personal warten müsse. "Wir sind uns sicher, dass die personelle Situation ab Januar wieder eine andere ist", meinte Heidel. Ganz abschreiben möchte er einen Wintertransfer allerdings nicht: "Wir behalten den Markt im Blick."


Kein verlässlicher Knipser sowie Sechser


Auch schon als die vielen Stürmer fit waren, gab es ​wenig Grund zur Freude. Man muss konstatieren, dass kein Angreifer in dieser Saison bleibenden positiven Eindruck hinterlassen hat. Nur 15 Bundesligatore haben die Knappen erzielt. Top-Torjäger ist Nabil Bentaleb, ein defensiver Mittelfeldspieler, der alle seine drei Treffer per Elfmeter erzielt hat. Breel Embolo (2 Tore), Guido Burgstaller (2), Steven Skrzybski (2) und Mark Uth (1) haben in der ​Bundesliga nur in Ansätzen überzeugt. 


Auch im zentralen Mittelfeld fehlt ein verlässlicher Leistungsträger. Trotz der Neuzugänge Sebastian Rudy (16 Millionen Euro), Suat Serdar (elf Millionen Euro) und Omar Mascarell (zehn Millionen Euro) hat sich auf der Sechserposition noch kein Stabilisator herauskristallisiert. 


Gerüchten zufolge sind die Königsblauen an Ruben-Loftus Cheek vom FC Chelsea interessiert. Der 22-jährige machte zuletzt in der Europa League mit drei Toren gegen Bate Borisov auf sich aufmerksam, gegen Fulham und Wolverhampton traf er jeweils einmal in der Premier League. Unter Trainer Mauricio Sarri ist der englische Nationalspieler ein wichtiger Rotationsspieler, Schalke müsste wohl deutlich mehr ausgeben als im Fall Sebastian Rudys. Ein Leihgeschäft wäre wahrscheinlicher als ein Transfer, auch wenn eine Leihe zu anderen Premier-League-Klubs wie Everton realistischer ist. 


Trennen möchte Schalke sich von Angreifer Franco Di Santo und Johannes Geis. Der Argentinier kam in dieser Spielzeit nur zu fünf Pflichtspieleinsätzen, Geis indes ist völlig außen vor und stand noch nicht einmal im Kader des Bundesligisten. 


Zweifel an Heidel?


Laut einem Bericht der Bild soll Schalke-Boss Clemens Tönnies nach einem "Experten" suchen, der Heidel zur Seite gestellt werden soll. Sowohl Tönnies als auch der Aufsichtsrat würden an Heidels Fachkompetenz zweifeln. Besonders beim Scouting und Transfer-Überlegungen soll Heidel unterstützt werden. 

Als Vorbild könnte ausgerechnet der BVB dienen, wo seit dieser Saison Sebastian Kehl, als Teammanager, und Matthias Sammer, als externer Berater, die Führung um Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke unterstützen.