Nach dem Unentschieden gegen Fortuna Düsseldorf war bei Bayern München endgültig Schluss mit lustig. Trainer Niko Kovac änderte seine Haltung an einigen Punkten, wich so beispielsweise von der Rotation ab und veränderte einige Dinge innerhalb der Formation. Damit feierte der 47-Jährige zuletzt drei Siege in Serie, weshalb er nach den jüngsten Resultaten zufrieden sein kann.


Zu Anfang der Saison wählte der Kroate noch ein 4-1-4-1 oder 4-3-3, doch lange gingen seine Pläne nicht auf. Die ständige Rotation verhinderte die Bildung von Automatismen, die ausbleibenden Resultate brachten Unruhe in die Mannschaft, der das Selbstvertrauen spürbar fehlte.


Kovac lässt seine Mannschaft nicht erst seit dem 5:1-Befreiungsschlag über Benfica Lissabon im 4-2-3-1 System auflaufen, doch seitdem nahm er einige personelle Änderungen vor: Joshua Kimmich rückte gemeinsam mit Leon Goretzka ins defensive Mittelfeld, weshalb Routinier Rafinha regelmäßig auf der rechten Abwehrseite spielt. Thomas Müller darf wieder sämtliche Freiräume hinter Robert Lewandowski genießen und wenn Kingsley Coman wieder bei 100 Prozent ist, wird dieser Franck Ribéry ersetzen und mit Serge Gnabry auf den Außenbahnen für Wirbel sorgen.


Speziell die Versetzung von Kimmich und Goretzka auf die 'Doppel-Sechs' trägt früh Früchte. Ersterer spielt bereits seit einiger Zeit in der Nationalmannschaft wieder auf seiner angelernten Position, gibt dort allerdings den alleinigen Abräumer. Mit Goretzka, der sich durchaus offensiver orientiert und bereits beim FC Schalke erste Erfahrungen auf dieser Position sammelte, hat er einen Partner an seiner Seite, mit dem er sich gut versteht und umso besser ergänzt.

FC Schalke 04 v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

  Die neue Schaltstelle im Mittelfeld: Leon Goretzka und Joshua Kimmich (v.l.)


"Das ist schon eine Achse, die im Moment richtig Spaß macht", konstatierte Kovac nach dem 3:0-Erfolg über den 1. FC Nürnberg laut ​Spox. "Aber nicht nur die beiden, sondern die komplette Mannschaft jetzt in den letzten drei Spielen. Das ist das, wo wir hin wollen. Das ist das, wo wir hin müssen", so der Trainer, der die Zügel weiterhin eng ziehen will.


Auch Kimmich freut sich über die jüngsten Umstellungen: "Wir ergänzen uns da ganz gut auf der Position. Wir haben auch schon in der Jugend, in der U21 zusammengespielt. Wir kennen uns schon lange und es macht immer wieder Spaß mit ihm zu spielen."


Was geschieht mit Thiago?


Trotz des angekündigten Stopps der Rotation stellt sich allerdings die Frage, wie Kovac mit Thiago Alcántara plant. Der Spanier gehörte in den ersten Wochen zu den besten Münchnern auf dem Feld, ein Außenbandriss im Sprunggelenk setzte ihn allerdings seit Ende Oktober außer Gefecht. Gegen Werder Bremen und Nürnberg stand er wieder im Kader, erhielt beide Male Kurzeinsätze.

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  Nach seiner Sprunggelenksverletzung will sich Thiago wieder in die Startelf zurückkämpfen - allerdings muss er sich dabei gegen Kimmich oder Goretzka behaupten


Daher dürfte ein interessanter Konkurrenzkampf entstehen. Goretzka konnte seit seinem Wechsel nach München noch nicht vollends überzeugen, zeigt allerdings immer wieder sehr gute Ansätze. Thiago hingegen ist ein belebendes Element im Angriffsspiel, zieht aus der Zentrale heraus die Fäden und weiß mittlerweile durchaus auch, seinen Körper einzusetzen.


Zwei Verlierer sind derweil Javi Martinez und Renato Sanches. Während der 30-jährige Spanier schlicht zu wenig Tempo hat und sich zuletzt immer wieder einige Fehler leistete, ist Sanches zwar besser in das Münchner Spiel eingebunden und liefert ordentliche Leistungen - doch gegen Kimmich, Goretzka und Thiago ist es momentan kaum möglich, vorbeizukommen.


In Sachen Wintertransfers muss sich ​Sportdirektor Hasan Salihamidzic daher wohl damit beschäftigen, mindestens einen neuen Außenverteidiger zu verpflichten. Denn wenn Kimmich dauerhaft in der Zentrale spielt, bilden Rafinha und David Alaba die einzigen beiden Akteure auf ihrer Position. Oder aber, man wird sich - wie geplant - um einen neuen Mann für das Mittelfeld bemühen, der genügend Qualität besitzt, sodass Kimmich wieder zurück in die Abwehrreihe versetzt wird.