Konstantinos Stafylidis soll seinen Vertrag verlängern. Der ​FC Augsburg ist zufrieden mit seinem Linksverteidiger, der gute Leistungen im Training zeigt und als vorbildlicher Profi gilt. Doch nach einem verletzungsgeplagten Jahr ohne Spielpraxis zögert der griechische Nationalspieler mit einer Unterschrift. Beim FCA ist er nur noch Reservist.


„Ich will aufrichtig sein, es gab schon Gespräche mit Manager Stefan Reuter. Der FCA würde gerne mit mir einen neuen Vertrag abschließen“, erklärte Außenverteidiger Konstantinos Stafylidis den Augsburger Nachrichten. Kurz vor der Winterpause nehmen die Kaderplanungen konkrete Formen an und der 25-Jährige, der seit 2015 im Verein ist, soll weiter Bestandteil der Mannschaft bleiben.


Zwei Dinge stehen ihm jedoch im Weg. Erstens: die schwierige Verletzung, mit welcher er sich länger herum schlagen musste als angenommen. Die angeknackste Rippe brach Anfang des Jahres erneut, als er niesen musste – dabei war seine Rückkehr auf den Platz schon fast absehbar. Im Anschluss schaffte es Stafylidis nicht, den Anschluss wieder zu finden. Bei den bayerischen Schwaben zählt er schon seit über einem Jahr nurmehr als Ergänzungsspieler.


Zum Anderen hat er mit Philipp Max einen besonders hartnäckigen Konkurrenten um seine Position, an dem der Grieche nicht vorbei kommt. Der Publikumsliebling ist im gleichen Alter, deutlich offensiver und hat in dieser Saison schon zwei Tore und zwei Vorlagen beisteuern können. Stafylidis ist seit dessen Durchbruch nur noch zweite Wahl. „Für meinen Kopf ist es wirklich hart“, zitieren ihn die Augsburger Nachrichten, „jeder erzählt mir, dass sie sehr glücklich mit mir sind, weil ich immer 100 Prozent gebe, dass ich so weitermachen und geduldig bleiben soll. Aber ich spiele nicht.“ Weder unter Manuel Baum, noch unter Markus Weinzierl oder Dirk Schuster kam er zum Zug.

FBL-ENG-PR-LEICESTER-STOKE

Konstantinos Stafylidis (li.) stieg mit Stoke City ab - dabei spielte er kaum



Der FC Augsburg kann durchaus sehr zufrieden sein mit einem derart leistungsstarken Ersatz, doch wenn Stafylidis nicht zu seinen Einsätzen kommt, werden sie ihn wohl kaum über den Sommer hinaus halten können. Er ist ein robuster Zweikämpfer im besten Fußballalter, der bei seinen Vereinswechseln nur kurze Eingewöhnungsphasen brauchte. Dass er es kann, hat er auch in der Europa League mit dem FCA unter Beweis gestellt – Zeiten, an die sich der frühere Leverkusener gerne erinnert: „Da waren für mich viele persönliche Höhepunkte dabei, wie die Euro-League-Spiele gegen Partizan, Bilbao und natürlich die beiden Spiele gegen ​Liverpool.“


Im Gegensatz zu beispielsweise ​Rafinha, der sich mit seiner Rolle als Backup beim ​FC Bayern abgefunden hat, möchte Stafylidis noch Spielpraxis sammeln. Im zweiten Glied zu stehen liegt unter seinen Ansprüchen, sodass er sich im vergangenen Winter zu Stoke City ausleihen ließ. In der Premier League hoffte er auf einen neuen Aufschwung – doch der blieb aus. Bereits nach fünf Einsätzen war Schluss, denn im März brach die besagte Rippe. Seit seiner Rückkehr im September war er nur ein einziges Mal im Augsburger Kader und stand in dieser Saison noch gar nicht auf dem Platz.


Stafylidis‘ Situation hat sich seit einiger Zeit nicht geändert: Sowohl Spielpraxis als auch Gewissheit über die Zukunft bleiben aus. Sein Vertrag endet im kommenden Sommer und der FC Augsburg könnte sich noch eine Ablöse sichern, wenn man ihn im Winter abgeben sollte. Stafylidis beschäftigt sich allerdings nicht damit: „Es kommt auf vieles an: auf den Verein, wie ich mich im Winter fühle, welche Optionen gibt es. Derzeit sieht es eher danach aus, dass ich erst mal bis zum Sommer bleibe. Im Fußball weiß man aber nie“, gab er zu Protokoll.


Auch eine Rückkehr zu seinem Jugendverein PAOK Saloniki steht schon seit längerem im Raum. Nach seinem Abgang konnte er bislang noch nirgendwo so richtig Fuß fassen. „PAOK ist kein Verein für mich, es ist mehr wie eine Familie“, gestand Stafylidis. Wie es mit ihm weitergeht, wird auch klar davon abhängen, ob Augsburg Philip Max ein Treuebekenntnis abringen kann oder die Zeichen auf Abschied stehen. Vermutlich bleibt "Kóstas“ nur, wenn Max abgegeben wird.