​​Juventus Turin eilt in der Serie A schon seit Jahren von Erfolg zu Erfolg. In der Champions League musste sich der Serienmeister im letzten Jahr jedoch bereits im Viertelfinale dem späteren Sieger Real Madrid geschlagen geben. Nur wenige Monate später revanchierte man sich dafür und verpflichtete mit ​Cristiano Ronaldo die prägende Figur der Königlichen. Doch nicht nur CR7 macht das Team derzeit so stark, mit dem auch in der Königsklasse zu rechnen ist.


Zum Auftakt des 15. Spieltags konnte sich die alte Dame am Freitagabend ​im Spitzenspiel gegen Inter Mailand mit 1:0 durchsetzen. In der Liga hat Juve damit bereits stolze 14 Punkte Vorsprung auf die Nerazzurri und auch der ärgste Verfolger SSC Neapel kann am Wochenende nicht näher als acht Punkte herankommen. War die Dominanz des Teams bereits in der Vorjahren augenscheinlich, nimmt es in diesem Jahr schon fast absurde Formen an. Bislang leistete sich die Mannschaft erst einen winzigen Ausrutscher und trennte sich am 9. Spieltag gegen den FC Genua mit 1:1-Unentschieden. Ansonsten gewann das Starensemble jedes einzelne Ligaspiel.


Dabei hat der Erfolg beim italienischen Rekordmeister viele Gesichter. Ein wichtiger Faktor ist mit Sicherheit Trainer Massimiliano Allegri. Der 51-Jährige ist mit allen Wassern gewaschen und kann auf taktischer Ebene mit jedem Cheftrainer der Welt mithalten. Zudem hat der Italiener einen guten Zugang zu seinen Spielern und findet die richtige Balance zwischen Autorität und langer Leine.

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Cristiano Ronaldo ist heiß auf weitere Erfolge



Ein weiteres Prunkstück des Teams ist traditionsgemäß die eisenharte Verteidigung. Bislang musste man in der Liga erst acht Tore hinnehmen und stellt damit die mit Abstand beste Defensive. Dabei ist insbesondere auf die alten Recken Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci absolut Verlass. Doch das ganze Team arbeitet sehr konzentriert mit nach hinten und macht das Team so nur sehr schwer zu knacken. Nicht vergessen sollte man dabei aber auch Torhüter Wojciech Szczesny, dem es bislang gelang die abgewanderte Vereinslegende Gialuigi Buffon hervorragend zu beerben. Der Pole ist zwar kein Lautsprecher der Mannschaft, dafür überzeugt er aber mit Leistung.


Das zentrale Mittelfeld der Turiner ist gespickt mit jeder Menge Qualität. Dabei wird es sogar der deutsche Nationalspieler Sami Khedira schwer haben, sich nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder in die Mannschaft zu spielen. Vielmehr spielte sich zuletzt Rodrigo Bentacur immer mehr in den Fokus. Der 21-Jährige war bereits im Sommer 2017 von den Boca Juniors nach Italien gewechselt und startet mittlerweile richtig durch. Dabei wird der Uruguayer mittlerweile selbst mit Paul Pogba verglichen und ist die Entdeckung in dieser Saison. Der Mittelfeldspieler bringt dabei alles mit, was man braucht. So ist er ein sehr guter Umschaltspieler und ist sehr sicher in seinem Passspiel.


Kommen wir zur Offensive von Juventus. Hier ist Ronaldo alles andere als ein Alleinunterhalter, schließlich verkörpern auch Paulo Dybala und Mario Mandzukic internationale Spitzenklasse. Daher war es auch zu verschmerzen, dass CR7 nach seinem Wechsel eine kurze Eingewöhnungsphase benötigte. Mittlerweile ist der Portugiese aber komplett angekommen und glänzt vor allem auch als Vorbereiter. So steuerte er neben seinen elf Saisontoren auch bereits sieben Torvorlagen bei. Der Serienmeister hat verschiedene Waffen in seinem Arsenal. Mit Mandzukic und Ronaldo stehen zwei absolute Kopfballmonster parat, aber auch die feine Klinge ist mit einem schnellen Kombinationsspiel der Edeltechniker im Sortiment.

Juventus v ACF Fiorentina - Serie A

Rodrigo Bentacur ist ein wichtiger Faktor des Erfolgs



Die italienische Meisterschaft scheint daher nur noch Formsache zu sein. Daher dürfte das große Ziel des Vereins sein, endlich den zweiten Champions-League-Titel zu holen. Dabei haben sie mit Ronaldo den personalisierten Winner verpflichtet, der bei den Gegnern in der Champions League für die Extraprise Angst Sorgen kann. Doch wenn sich die anderen Mannschaften zu sehr auf den mehrfachen Weltfußballer konzentrieren, werden sie von dem Rest der Juve-Mannschaft dafür bestraft. 


Da man auch in der Königsklasse zudem nur erfolgreich sein kann, wenn die Defensive stabil ist, kann die alte Dame in dieser Saison mit Sicherheit ein Wörtchen mitreden. In der Gruppenphase gelangen der Allegri-Elf bislang vier Siege, jeweils ohne Gegentor! Die 1:2-Heimspielniederlage gegen Manchester United zeigte aber auch auf, dass diese Mannschaft zu packen ist. Mit etwas Losglück und wenn sich die Mannschaft auch weiterhin so abgebrüht präsentiert, könnte sich CR7 aber auch bei Juve in Windeseile unsterblich machen.