Im Schwarzwaldstadion gibt es selten geschenkten Punkte. Auch für ​RB Leipzig wird das Spiel beim ​SC Freiburg kein Spaziergang. Zwar sind die Breisgauer seit vier Bundesligaspielen in Folge sieglos, doch für eine Überraschung sind sie immer gut. 


Vor sechs Wochen musste Borussia Mönchengladbach die Erfahrung machen, dass der SC Freiburg ein extrem unangenehmer Gegner ist. Der Gastgeber stemmte sich mit Laufbereitschaft und schnellem Konterspiel gegen den Favoriten und siegte letztlich verdient mit 3:1. Am Samstag empfängt der SC Freiburg mit RB Leipzig den nächsten Hochkaräter. Leipzig ist in einer guten Form, behielt am vergangenen Wochenende mit 2:0 gegen die Fohlen die Überhand und steht mit 25 Zählern auf Rang drei der Tabelle.


Laufstärkstes Team der Liga


Freiburg muss sich nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen) nach unten orientieren. Doch RB-Trainer Ralf Rangnick weiß um die Schwierigkeit der Aufgabe: "Es ist das Team, das in der ​Bundesliga am meisten läuft. Innerhalb der Mannschaft herrscht eine extreme Hilfsbereitschaft. Wir werden sicherlich nicht so viele Torchancen bekommen", betonte er.


Freiburg-Coach Christian Streich hält die Leipziger indes für ein Spitzenteam. "Natürlich gab es Phasen, in denen es angenehmer gewesen wäre, gegen Leipzig zu spielen. Aber wir haben keine Angst. Es wird sicher ein attraktives Spiel - auch für die Zuschauer", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Sachsen. Anders als Rangnick vermutet der 53-Jährige hingegen einen munteren Schlagabtausch. Mit welcher Startelf könnte Streich also spielen lassen?


Im Tor führt kein Weg an Alexander Schwolow vorbei. Der 26-jährige ist ein mindestens durchschnittlicher Bundesliga-Torhüter und zeigte zuletzt gute Leistungen gegen Bremen (1:1) und in Dortmund (0:2). 


Erneut mit Fünferkette?


Wie schon gegen den Tabellenführer könnte Christian Streich gegen offensivstarke Leipziger erneut auf eine Fünferkette vertrauen. Rechts hinten sortiert sich Pascal Stenzel ein, der in den letzten vier Spielen in der Startelf stand. Lukas Kübler wäre nach seinem ausgestandenen Muskelfaserriss wieder eine Alternative, doch wohl noch nicht von Anfang an. 


In der Innenverteidigung führt kein Weg am Trio aus Manuel Gulde, Dominique Heintz und Robin Koch vorbei. Mit einer Zweikampfquote von 63 Prozent und seinen Wortführerqualitäten zählt Gulde zu den Freiburger Führungsspielern. In jedem der 13 Bundesligaspiele stand der 27-Jährige in der Startformation. Heintz hatte gegen Dortmund ein schwächeres Spiel, den Elfmeter, der zum Führungstor führte, verschuldete der Ex-Kölner. "Solche Fehler darfst du nicht machen, sonst verlierst du", kritisierte Streich und tadelte Heintz: "Da muss sich Dominique natürlich anders verhalten." 


Als Linksverteidiger wird - wenn er sich zuvor nicht verletzt - Christian Günter auflaufen. Der 25-Jährige einmalige Nationalspieler Deutschlands ist Freiburgs Dauerbrenner, der keine einzige Minute verpasst hat und gegen Schalke sowie Bayern München jeweils eine Torvorlage beisteuerte. 


Im defensiven Mittelfeld schmerzt der Ausfall von Nicolas Höfler sehr, ​in der Hinrunde wird der 28-Jährige kein Spiel mehr bestreiten können. Der Ex-Nürnberger Patrick Kammerbauer wurde gegen Bremen in der 89. Minute eingewechselt, was aber auch sein einziger Einsatz in dieser Spielzeit blieb. Er ist dem Beweis schuldig geblieben, dass er eine ernsthafte Option für die Startelf sein kann. Auch Robin Koch oder Mike Frantz können notfalls auf der Abräumer-Position spielen. Aktuell wirkt es jedoch so, dass Jerome Gondorf und Janik Haberer gesetzt sind. 


Formstarker Waldschmidt


Wahrscheinlich wird Kapitän Mike Frantz im linken beziehungsweise rechten Mittelfeld benötigt. Eine feste Position hat der 32-jährige Routinier in dieser Spielzeit nicht inne. Offensivmann Luca Waldschmidt ist in blendender Verfassung. In den letzten fünf Partien gelangen dem U21-Nationalspieler zwei Tore und zwei Vorlagen. Er wird wahrscheinlich hinter den Spitzen agieren. Auch Yoric Ravet, der Techniker mit dem guten Distanzschuss, ist wieder eine Option. Gegen Dortmund feierte der Rechtsaußen sein Saisondebüt. 


Im Sturm ist Nils Petersen die erste Wahl. Lucas Höler, der gegen Bremen in der Startelf stand, ist womöglich sein erster Ersatzmann. Auch Tim Kleindienst kann sich Chancen für einen Einsatz ausrechnen. Gegen Bayern München und Mainz 05 durfte der 23-Jährige starten, wenngleich er nicht vollends überzeugen konnte. Florian Niederlechner laboriert an einer Sprunggelenksverletzung, er kann nicht mitmischen. Roland Sallai (Adduktorenprobleme) und Florian Kath (Bauchmuskelreizung) können ebenfalls nicht spielen.


Die mögliche Startelf im Überblick:

SCF