In den letzten Spielen vor der Winterpause gilt es für die Mannschaften in der Bundesliga noch einmal alles aus sich herauszuholen. Dabei gibt es viele Gründe, wieso es bei manchen Mannschaften einfach läuft und andere Teams sich noch immer schwer tun. 


90min wirft daher einen genauen Blick auf alle Teams und arbeitet Stärken und Schwächen der Kader heraus.


Heute: ​Eintracht Frankfurt


Torhüter:

Im Sommer wechselte mit Lukas Hradecky die bis dahin unangefochtene Nummer Eins zu Bayer 04 Leverkusen. Eigentlich dachte man, dass man mit der Verpflichtung von Frederik Rönnow schnell einen geeigneten Nachfolger gefunden hatte. Der Däne konnte sich unter dem neuen Trainer Adi Hütter, auch aufgrund von hartnäckigen Knieproblemen, aber nicht durchsetzen und durfte bislang lediglich zwei Pflichtspiele bestreiten.

Eintracht Frankfurt v Olympique Marseille - UEFA Europa League

Kevin Trapp kehrte zu seiner alten Liebe zurück


Als den Verantwortlichen der Eintracht schnell klar wurde, dass Rönnow nicht die erhoffte Verstärkung sein kann, war zunächst einmal guter Rat teuer. Wo bekommt man zu Saisonbeginn noch einen fähigen Torhüter her? Dabei fanden die Hessen jedoch eine nicht gerade kreative, aber im Endeffekt äußerst sinnvolle Lösung und konnten den ehemaligen Eintracht-Keeper Kevin Trapp von einem Leihgeschäft überzeugen. Bei Paris Saint-Germain kam der Deutsche zuvor nur sehr selten zum Einsatz und wollte endlich wieder regelmäßig spielen. Nach kurzen Anlaufproblemen hat sich der Routinier mittlerweile wieder zurecht gefunden und ist der gewohnt sichere Rückhalt.


Abwehr:


Zu Saisonbeginn setzte der neue Cheftrainer auf eine Viererkette. Nachdem dieses Experiment jedoch kläglich gescheitert war, stellte Hütter auf die unter Kovac bewährte Dreierkette um. Und siehe da, präsentiert sich die Defensive seitdem sehr stabil. Zumeist gesetzt sind dabei der Kapitän ​David Abraham, der aufgrund einer Wadenverletzung nun aber womöglich bis zum Ende der Hinrunde ausfallen muss. Ebenfalls nicht dauerhaft aus dem Team wegzudenken, ist Routinier ​Makoto Hasebe. Der Japaner ist ein Kämpfer vor dem Herren und besticht mit seinem starken Stellungsspiel. Neben den beiden alten Recken wusste auch Neuzugang Evan N'Dicka bislang vollends zu überzeugen und strahlt mit seinen erst 19 Jahren bereits eine große Ruhe aus.

FBL-GER-BUNDESLIGA-FRANKFURT-DARMSTADT

Makoto Hasebe und David Abraham halten bei der Eintracht den Laden zusammen


Zu den Qualitäten der Eintracht gehört, dass alle Positionen mehrfach besetzt sind. So stehen für die Stammspieler in der Innenverteidigung gleich mehrere verlässliche Vertreter parat. Der 33-jährige Marco Russ mag dabei nicht mehr der Schnellste sein, macht aber mit seiner Erfahrung vieles wieder wett. Simon Falette spielte unter Hütter zwar noch gar keine Rolle, konnte in der Vorsaison jedoch seine Erstligatauglichkeit beweisen. Auch der zuvor so überzeugende Carlos Salcedo muss sich nach seiner schweren Verletzung zu Saisonbeginn aktuell noch hinten anstellen.


Mittelfeld:


Auch im zentralen Mittelfeld sind die Frankfurter breit aufgestellt. Dabei spielte Lucas Torro bislang eine tragende Rolle, da der Spanier aber aufgrund einer Adduktorenverletzung noch lange ausfallen wird, müssen nun andere in die Bresche springen. Ein Problem könnte dabei werden, dass sowohl Gelson Fernandes, als auch Jonathan de Guzman nicht ganz über die spielerische Klasse des 24-Jährigen verfügen. Da aber auch Makoto Hasebe in der Zentrale spielen kann, sind die Adler nicht zwingend auf eine Verpflichtung im Winter angewiesen, auch wenn die Verantwortlichen dem Vernehmen nach den Markt nach der Torro-Verletzung sondieren.

Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - DFL Supercup 2018

Der Ausfall von Lucas Torro könnte der Eintracht noch sehr weh tun


Kaum Chancen auf einen Platz in der Startelf hat weiterhin Marc Stendera. Auch der vor nicht allzu langer Zeit noch gefeierte offensive Mittelfeldspieler Marco Fabian konnte den neuen Cheftrainer noch nicht überzeugen und ist ein Wechselkandidat. Ein ähnliches Schicksal könnte auch Neuzugang Chico Geraldes ereilen, der noch immer auf seinen ersten Pflichtspieleinsatz wartet. Bei dem ausgeliehen Mittelfeldspieler steht eine vorzeitige Rückkehr zu seinem Stammverein Sporting im Raum. Deutlich besser sieht es da schon bei Mijat Gacinovic aus, der ein wichtiger Ergänzungsspieler ist und zuletzt zumeist als Joker für Gefahr sorgen sollte.


Ein Prunkstück der Adler sind auch die Dauerläufer auf den Außenbahnen. Dabei spult auf der linken Seite Neuzugang Filip Kostic jede Menge Kilometer ab und hat sich bereits gut eingefunden. Aber auch Jetro Willems ist in der Lage, für viel Wirbel zu sorgen. Taleb Tawatha kann da bislang noch nicht mithalten. Auf der rechten Seite fällt Timothy Chandler schon seit geraumer Zeit wegen einer Knieverletzung aus. Der US-Boy wird jedoch von Danny da Costa hervorragend vertreten und wird sich bei seiner Rückkehr strecken müssen, um an dem deutschen Youngster vorbei zu kommen.


Angriff:


In der Offensive sind die Frankfurter ebenfalls mit jeder Menge Qualität gesegnet. Dabei agierte Ante Rebic zuletzt in einem 3-4-1-2-System als hängende Spitze hinter seinen beiden kongenialen Partnern Sebastien Haller und Luka Jovic. Der Kroate zeigte sich zwar noch nicht so treffsicher wie seine Teamkollegen, spielte aber dennoch eine wichtige Rolle. Angesichts der Leistung von Luka Jovic würde aber derzeit so ziemlich jeder Mitspieler verblassen. Der 20-Jährige ist in dieser Saison nicht aufzuhalten und erzielte wettbewerbsübergreifend bereits 15 Tore.

1. FC Schweinfurt 1905 v Eintracht Frankfurt - DFB Cup

Haller steht seinem Sturmpartner jedoch in nichts nach und macht viele Treffer durch seine robuste Zweikampfführung und seine Fähigkeit, Bälle zu behaupten, erst möglich. Der Franzose war so bereits an unglaublichen 21 Toren der Frankfurter direkt beteiligt. Kein Wunder also, dass für den Rest der Angreifer da nur ein Platz auf der Ersatzbank übrig bleibt. Doch auch hier tummeln sich mit Nicolai Müller und Branimir Hrgota bekannte Namen. Kaum einzuschätzen ist bislang Neuzugang Goncalo Paciencia, der nach einer schweren Verletzung erst langsam wieder eine Option werden könnte.