​Reihenweise Auslaufmodelle beim ​FC Bayern München: Neben Franck Ribéry (35) und Arjen Robben (34) dürfte sich der deutsche Rekordmeister auch vom 33-jährigen Rafinha trennen. Der Kader weist ein Durchschnittsalter von 27,1 Jahren auf und blickt einer deutlichen Verjüngung entgegen. Es wird nicht erwartet, dass Rafinha seinen Vertrag verlängern wird.


Es sieht nach dem Jahr des Umbruchs aus: Man hält an Niko Kovac fest, obwohl die Saison bislang eine missratene Wendung genommen hat. Vermutlich will man den Sommer oder mindestes aber die Winterpause abwarten, bis man Adjustierungen vornimmt. Die Gedankenspiele laufen aber schon: Immer wieder kommen die Namen der als Altstars bezeichneten Dauerbrenner ​Arjen Robben und Franck Ribéry auf, denen kaum eine weitere Saison im Dress der Münchner zugetraut wird.


Im gleichen Atemzug muss schon Rafinha genannt werden, denn der Routinier wurde zuletzt in immer kürzeren Intervallen von Verletzungen aus der Bahn geworfen. Auch wenn er im Gegensatz zu „Robbéry“ vom 1985er-Jahrgang ist, wird man in München nicht warten, bis Rafinha selbst zurücktritt. Bayern ist schon längst auf der Suche nach einem Nachfolger für den Ex-Schalker und wurde wohl beim Ligakonkurrenten ​VfB Stuttgart fündig. Sowohl kicker als auch Bild sind der Überzeugung, dass der Wechsel von ​Weltmeister Benjamin Pavard im nächsten Sommer besiegelt ist. Dabei schließt das eine Verlängerung mit Rafinha nicht per se aus.


Die mittlerweile weit verbreitete Praxis, Fußballern über 30 Jahren nur noch Einjahresverträge zu geben, geht auch an hochdekorierten Superstars nicht vorbei. Beim FC Bayern umso mehr, wenn man den sportlichen Ansprüchen wie in der aktuellen Phase deutlicher hinterherhinkt. So dürften sich die Verantwortlichen bereits Gedanken um die zukünftigen Personalien machen. Schon Anfang des Jahres soll der FCB die jungen Spieler Fabricio Bustos, Sessegon und Diego Dalot gescoutet haben – Letzterer ist fast halb so alt wie Rafinha.

SV Werder Bremen v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Rafinha (li.) erfüllte seine Pflichten als Backup vorbildlich und souverän


Dabei liegen Rafinhas Qualitäten klar woanders als die der offensiven Flügelsprinter. Der Abwehrspieler aus dem Süden Brasiliens ist seit 2011 im Verein und zeichnet sich dadurch aus, immer auf den Punkt in Top-Form zu sein, wenn er gebraucht wird. Über Jahre hinweg gab er sich damit zufrieden, in der zweiten Reihe zu stehen und den Ersatz für Philipp Lahm oder Joshua Kimmich zu geben.


Wann immer er ins Spiel gebracht wurde, erledigte er seine Aufgaben souverän, zuverlässig und unauffällig. Eine Qualität, die dem Verein in der unruhigen Zeit gut zu Gesicht steht. So wäre eine Verlängerung mit Rafinha nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich eine gute Entscheidung für Bayern. Trotz häufigerer Verletzungspausen steht Rafinha noch voll im Saft.


Klar ist aber auch, dass er mit im kommenden Sommer mit dann fast 34 Jahren eine letzte Station seiner Karriere ansteuern könnte, die noch hohes Niveau fordert. Der kicker geht ebenfalls davon aus, dass er die Münchner verlassen wird. Wenn er erst ein Jahr später auf Suche ginge, würden sich seine Optionen wohl weiter verringern.