Dem FC Barcelona gehen langsam aber sicher die Innenverteidiger aus. Am vergangenen Sonntag bildeten Routinier Pique und der vor der Saison vom FC Sevilla verpflichtete Franzose Lenglet das Abwehrzentrum. Lenglets Landsmann, ​Samuel Umtiti, hatte sich beim Spiel der Katalanen bei Atletico Madrid eine Woche zuvor erneut am Knie verletzt. Auf den langzeitverletzten Thomas Vermaelen muss Barcelona schon seit Oktober verzichten. Ob dieses personellen Engpasses taucht in letzter Zeit ein Name immer häufiger auf: Marc Bartra.


Im Sommer 2016 wechselte Marc Bartra von seinem Heimatverein FC Barcelona zur ​Borussia aus Dortmund. Schnell avancierte der sympathische Spanier zum Publikumsliebling im Signal Iduna Park. Dann kam jener ominöse Abend des 11. April 2016, nachdem nichts mehr so war wie vorher. 


Als der Mannschaftsbus gerade mal ein paar Meter auf seiner Strecke vom Hotel zum Stadion zurückgelegt hatte, explodierten fast gleichzeitig mehrere Sprengsätze. Zum Glück gab es keine schwereren Verletzungen oder gar Tote zu beklagen. Dennoch hat sich dieses schreckliche Ereignis vor allem in die Seele des jungen Spaniers eingebrannt. Wie die folgende Kriminaltechnische Untersuchung ergab, war einer der Nägel, mit denen die Sprengvorrichtung gefüllt war, nur um Zentimeter an Bartras Kopf vorbeigeflogen und hatte sich in eine benachbarte Kopfstütze gebohrt. Ein anderer Nagel hatte seinen Arm durchschlagen. Wenige Zentimeter waren es also, die hier über Leben und Tod entschieden. 


Wohl auch deshalb beschloss Marc Bartra ein gutes halbes Jahr später, wieder zurück in die heimische Primera Division zu gehen. Um Abstand zu den Geschehnissen zu bekommen. Um wieder zu sich zu finden. Auch aus Dankbarkeit für seine stets tadellose Arbeitsauffassung, legte man ihm von BVB-Seite keine Steine in den Weg. Und er sollte bald auch sportlich eine neue Heimat finden: Betis Sevilla verpflichtete den Abwehrspezialisten.

Bei den Andalusiern spielte sich Bartra schnell auch wieder in den Notizblock des damaligen Nationaltrainers Julen Lopetegui. Auch der aktuelle Chef der Furia Roja, Luis Enrique, hat den 27-Jährigen wieder auf dem Schirm. Und deshalb ist es nur logisch, dass man, wie El Mundo Deportivo berichtet, beim FC Barcelona daran denkt, den verlorenen Sohn wieder zurückzuholen. 


Eine kleine Hürde gibt es aber noch: die Ausstiegsklausel für den Defensivstrategen liegt bei stolzen 60 Millionen Euro. Nun war Geld noch nie ein Problem beim ​FC Barcelona, und sollte Marc Bartra tatsächlich offensiv bekunden, wieder in die alte Heimat wechseln zu wollen, würde man wohl auch einen für alle Beteiligten tragbaren Konsens finden. ​