​Der Höhenflug der ​Gladbacher Borussia fand am Sonntag in Leipzig ein jähes Ende. Mit 2:0 musste sich die Fohlenelf bei den Vertretern des Brauseklubs geschlagen geben und war damit teilweise noch gut bedient. Die Niederlage zeigt, dass ​Matthias Ginter so ohne weiteres nicht zu ersetzen ist.


Das Spiel des Bundesligavierten gegen den Zweiten hielt viel von dem, was es versprach. Das Topspiel des 13. Bundesligaspieltages war nicht nur auf dem Papier ein Highlight, die Protagonisten lieferten eine Vollgasveranstaltung im Leipziger Zentralstadion ab. Wie es inzwischen im Gladbacher Spiel Brauch ist, wurde Leipzig bereits in der dritten Minute zum ersten Mal eingeladen und Timo Werner nahm das Geschenk zur frühen Führung für die Hausherren dankbar an.


Im Gegensatz der letzten Wochen waren die Fohlen zwar auch diesmal in der Lage, den Gegentreffer schnell abzuschütteln, nur der Ausgleich wollte ihnen nicht gelingen. Es dauerte auch gute 20 Minuten, ehe sich die Mannschaft von Dieter Hecking komplett berappelt und selbst erste Nadelstiche setzen konnte. Jedoch blieb der Leipziger Schlussmann Peter Gulasci in den Duellen mit Lars Stindl der Sieger, auch wenn er beide Male sein ganzes Können aufbieten musste.


So nutzten die Sachsen kurz vor dem Halbzeitpfiff erneut ein Überraschungsmoment gegen die Gladbacher Defensive aus, der noch vor der Pause die 2:0-Führung bedeutete. Bezeichnenderweise war es erneut Tony Jantschke, der gegen Yussuf Poulsen nur einen Bruchteil zu spät kam und damit den Weg für den zweiten Treffer von Timo Werner ebnete. In der zweiten Hälfte verwaltete Leipzig die Führung geschickt und ließ die Gladbacher schlussendlich nicht mehr herankommen.


So bitter Jantschke in dem einen oder anderen Moment ausgesehen hat, so wenig sind ihm die Gegentreffer allein zuzurechnen. Jedoch zeigt es, dass das Fehlen eines Nationalspielers vom Format eines Matthias Ginter nicht so leicht kompensiert werden kann. Das mag gegen den kommenden Gegner aus Stuttgart oder beim übernächsten Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg noch abzufedern sein, gegen Topteams der Liga vom Format Leipzigs, oder auch in den beiden kommenden Auswärtsspielen gegen die TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund wird der Abwehrverbund aber wieder gefordert sein, im Kollektiv besser zusammen zu arbeiten.

Nicht umsonst hatte Ginter die meisten Spielminuten aller Feldspieler im Kader der Borussia bis zu seiner Verletzung. Natürlich wird es auch für Jantschke erstmal darum gehen, in den Rhythmus zu finden und in zwei Wochen kann die Sache schon wieder ganz anders aussehen, denn das Jantschke viel Potenzial hat, hat er über die Jahre immer wieder bewiesen. Das Matthias Ginter die Messlatte in dieser Saison aber noch mal ein Stück höher gehängt hat, ist nach der Pleite ebenfalls offensichtlich.