​Die Talfahrt von ​Hannover 96 ging auch am Wochenende weiter. Nach der verdienten 0:2-Heimniederlage gegen Hertha BSC ist das Team von Trainer ​Andre Breitenreiter in der Liga bis auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Manager Horst Heldt will dennoch an seinem Coach festhalten und sich gemeinsam aus der Krise kämpfen. Diese Treue könnte den erfahrenen Funktionär nun jedoch selbst seinen Job kosten. Laut Informationen der Neuen Presse könnte bei einer erneuten Niederlage beim kommenden Spiel gegen Mainz der radikale Neuanfang eingeleitet werden.


Bislang schrieben Heldt und Breitenreiter gemeinsam eine Erfolgsgeschichte und konnten die Niedersachsen nach dem Abstieg im Jahre 2016 wieder in die richtige Spur bringen. Der sofortige Wiederaufstieg sorgte für viele Schulterklopfer und auch die erste Saison nach der Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse wurde souverän abgewickelt. Im verflixten zweiten Jahr will jedoch derzeit wenig gelingen und so setzte es gegen den Hauptstadtklub die vierte Niederlage aus den letzten fünf Spielen.

Der meinungsstarke Klub-Boss ​Martin Kind zeigte sich nach der Schlappe gegen die Herthaner regelrecht konsterniert und ließ laut der Neuen Presse kein gutes Haar an der Mannschaft. "Ich bin sprachlos und erschüttert. Die Verunsicherung war von Anfang an zu erkennen. Auch wie die Gegentore gefallen sind", so der 74-Jährige. Dass die Stimmung innerhalb der Mannschaft alles andere als rosig ist, wird dadurch deutlich, dass es bei der Aussprache vor dem Training am Sonntag angeblich ordentlich geknallt hat.


Horst Heldt glaubt dennoch fest daran, dass es Andre Breitenreiter gelingen wird, das Team wieder aufzupäppeln. So unterstrich der 48-Jährige, dass man nun gemeinsam Lösungen finden müsse: "Klar, dass die Frage nach dem Trainer kommt. Aber es geht nur gemeinsam. Es ist völlig deplatziert, in der Situation mit dem Finger auf andere zu zeigen." Der 96-Boss pflichtete seinem Manager bei, betonte aber auch, dass die gesamte sportliche Leitung nun gefordert sei, "offen, ehrlich und selbstkritisch Antworten zu finden".

Dem Vernehmen nach lässt sich daraus schließen, dass nicht nur der Trainer der Hannoveraner gegen Mainz zum Siegen verdammt ist. Schließlich war Heldt maßgeblich an der Kaderplanung beteiligt und trägt daher auch eine Teilschuld an dem schwachen Abschneiden der Hannoveraner. Somit könnte durch eine Niederlage gegen die Domstädter ein Doppelrauswurf drohen und damit eine kurze Ära bei den Niedersachsen ihr Ende finden. Ob eine Trennung sowohl von Trainer, als auch von Manager, in dieser Saisonphase jedoch der Weisheit letzter Schluss wäre, kann durchaus angezweifelt werden.