​Michael Cuisance war in der Vorsaison eine der großen Überraschungen bei ​Borussia Mönchengladbach: Aufgrund der vielen Verletzten bekam der junge Fanzose jede Menge Spielzeit und überzeugte. In dieser Saison hat Cuisance aber bislang sehr wenig gespielt - eine Leihe im Winter könnte helfen.


Als Michael Cuisance im Sommer 2017 aus der U19 von AS Nancy-Lorraine verpflichtet wurde, sollte der damals 17-Jährige zunächst über die U23 von Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga langsam an die Profis herangeführt werden. Sportdirektor Max Eberl war bei der Verkündung des Transfers sehr glücklich, "dass wir mit ihm unseren Weg fortsetzen können, vielversprechende Spieler zu verpflichten, die bei Borussia den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gehen sollen."


Wie vielversprechend Cuisance tatsächlich war, zeigte er schon im Trainingslager und in den Testspielen vor der Saison. So stand der französische U-Nationalspieler schon in den ersten vier Wochen der Bundesliga dreimal im Kader, am fünften Spieltag wurde er dann erstmals eingesetzt: Gegen den ​VfB Stuttgart kam Cuisance zur Halbzeit für den verletzten Christoph Kramer ins Spiel. Insgesamt bestritt der heute 19-Jährige 26 Pflichtspiele in seiner ersten Saison für die Fohlen, nur einmal lief er für die U23 auf. Von den Gladbacher Fans wurde Cuisance zum "Spieler der Saison" gewählt.


Geholfen haben ihm dabei natürlich auch die vielen Verletzungen, mit denen die Gladbacher in der Vorsaison zu kämpfen hatten. Trainer Dieter Hecking war teilweise schlichtweg gezwungen, auf den zentralen Mittelfeldspieler zu setzen. In der laufenden Saison sieht es anders aus: Die meisten Spieler sind fit und Hecking hat, gerade auf der Position von Cuisance, die Qual der Wahl. Bisher haben zumiest andere Spieler den Vorzug erhalten, sodass der Linksfuß bisher lediglich 74 Pflichtspielminuten absolviert hat. 


Ein Grund dafür ist sicher auch, dass Cuisance weite Teile der Saisonvorbereitung verpasst hat. In einer entscheidenden Phase Mitte bis Ende Juli war der gebürtige Straßburger als Kapitän der U19-Nationalmannschaft Frankreichs bei der Europameisterschaft aktiv. Das gab zum Beispiel Jonas Hofmann in seiner neuen Rolle und auch Florian Neuhaus die Chance, die Stammplätze auf der "Acht" im neuen 4-3-3 zu erobern.


Florian Neuhaus könnte als Vorbild dienen


Vielleicht kann Michael Cuisance einen ähnlichen Weg einschlagen wie Neuhaus. Der war in der kompletten Vorsaison an ​Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, gehörte dort zu den Leistungsträgern und empfahl sich so für seinen eigentlichen Arbeitgeber. Mittlerweile ist Neuhaus aus der Startelf der Gladbacher fast nicht mehr wegzudenken. Für Cuisance ist Einsatzzeit ebenfalls extrem wichtig, damit er sein fraglos riesiges Talent weiterentwickeln kann. 


Nicht hilfreich wäre ein ​Wechsel zu Paris St. Germain, über dessen Möglichkeit vor einigen Wochen berichtet wurde. Dort dürfte es Cuisance wohl noch schwerer haben, an Einsatzzeit zu kommen. Sinnvoller erscheint eine Ausleihe, zum Beispiel an einen Bundesligisten, der Zeit auf dem Rasen versprechen kann. Als Beispiel wären hier eben die Düsseldorfer zu nennen, denen ja auch ein ​Interesse an Laszlo Benes nachgesagt wird. Benes ist ebenfalls im zentralen Mittelfeld zu Hause - Bedarf ist also offenbar vorhanden.


So oder so sollten und werden sich Borussia Mönchengladbach und Michael Cuisance zusammensetzen, um über die zukünftige Entwicklung des Talents zu sprechen. Sollten sich die Einsatzminuten in absehbarer Zeit nicht erhöhen, wäre eine Ausleihe vielleicht tatsächlich der richtige Weg.