Sportlich betrachtet bewies die deutsche Nationalmannschaft mit ihren jüngsten Auftritten, das​die Formkurve langsam aber sicher nach oben zeigt. Abseits des Geschehens auf dem Platz muss sich der DFB allerdings mit zusätzlichen Problemfeldern befassen. Eines davon ist der mangelnde Rückhalt der Fans, die auch im Duell gegen die Niederlande am Montag eher ruhig blieben. Thomas Müller zeigt sich darüber enttäuscht und fand daher kritische Worte.


Die Kritik am DFB und der Nationalmannschaft im Umgang mit den Fans war vielschichtig: Die Ticketpreise sind zu teuer, die Anstoßzeiten sind speziell für Familien unangenehm und generell wirkte es so, als habe man die Nähe zu den Fans vermissen lassen. 


Daher war auch die Nations-League-Partie gegen die Niederlande (2:2), die in der Veltins-Arena des FC Schalke 04 ausgetragen wurde, mit knapp 38.700 Zuschauern keineswegs ausverkauft. Hinzu kommt die ausbleibende Stimmung, mit der die Nationalmannschaft bereits seit einigen Monaten zu kämpfen hat - wohl auch aufgrund des bitteren Abschneidens bei der Weltmeisterschaft im Sommer.


"Man merkt, dass die Fans das Jahr in den Knochen haben", sagte DFB-Manager Oliver Bierhoff laut Sport1. Schon das vorherige Testspiel gegen Russland, das in der Leipziger RedBull Arena stattfand, habe dies offenbart. 


Dort blieb die Stimmung ebenso aus wie auf Schalke, weshalb man offenbar in Erwägung zieht, künftig überwiegend kleinere Stadien wie beispielsweise die WWK-Arena des FC Augsburg, die Opel Arena des FSV Mainz oder die Volkswagen Arena des VfL Wolfsburg als Austragungsorte auszuwählen. Spätestens, nachdem das Freundschaftsspiel gegen Peru im August in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim stattfand, ist diese Überlegung keine Überraschung mehr.

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  Während Bierhoff Verständnis für die Fans zeigt, findet Thomas Müller deutliche Worte


Auf Seiten der Spieler sorgte die ausgeblieben Stimmung jedoch auch für Unverständnis. Speziell Thomas Müller wurde deutlich: "Die Fans müssen auch mitziehen und versuchen, uns zu unterstützen." Man habe seit dem WM-Aus "einige Dinge" verändern wollen, und daher unter anderem an der "Fanarbeit und die Nähe zu den Fans" gearbeitet. 


"Wir haben uns auch in allen Spielen wirklich reingearbeitet und zerrissen. Ich denke, dass man das sehen konnte", so der Offensivspieler des ​FC Bayern München.


Müllers finaler Appell lautet schließlich: "Die Fans dürfen ruhig auch wieder mitmachen." Doch damit die Stimmung  bei Testspielen wieder besser wird, muss speziell der Verband weiterhin selbstkritisch an sich arbeiten und viele Sachen verbessern.