Nach der Bekanntgabe der ​​Rückkehr von Anthony Modeste zum 1. FC Köln dauerte es nicht lange, bis auch dessen Ex-Klub Tianjin Quanjian ​Stellung bezog, beiden Seiten schließlich einen Vertragsbruch vorwarf und dem Zweitligsten drohte, den Fall in die Hände des Internationalen Sportgerichtshofs zu übergeben. Geschäftsführer Alexander Wehrle zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt und betonte, Modeste unabhängig vom Streit zwischen Spieler und Verein unter Vertrag genommen zu haben. 


Das Hauptargument der Verantwortlichen von Tianjin beruht auf der noch immer ungeklärten Vertragslage zwischen dem chinesischen Erstligisten und Modeste. Der Stürmer hatte seinen Vertrag vor einigen Monaten einseitig gekündigt und wandte sich an die FIFA. Gegenüber dem Weltverband reichte Tianjin eine Gegendarstellung ein. Seither warten beide Parteien auf ein Urteil, das allerdings erst in einigen Monaten gefällt werden dürfte.


Aufgrund des plötzlichen Wechsels zum 1. FC Köln werfen die Chinesen sowohl Modeste als auch dem FC Vertragsbruch vor und erwägen daher, vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zu ziehen.


Wie Geschäftsführer Alexander Wehrle nun auf Nachfrage von ​geissblog.koeln erklärte, nehme man diese Drohung gelassen entgegen: "Wir haben die vertragliche Situation von unseren Anwälten klären lassen und sind zu dem Schluss gekommen, dass Anthony Modeste seinen Vertrag in China rechtswirksam gekündigt hat."

Wehrle habe Tianjins Klubbesitzer über die Situation in mehreren Gesprächen aufgeklärt. Wie es heißt, gebe es keinen Auflösungsvertrag zwischen Modeste und dem Tabellenneunten der Chinese Super League, allerdings haben die Kölner mit Hilfe der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bei der FIFA sowohl eine vorläufige Genehmigung für den Transfer, als auch für die Registrierung des 30-Jährigen und infolge dessen eine Spielgenehmigung beantragt. 


Die Anträge seien unabhängig vom Rechtsstreit zwischen Modeste und Tianjin gestellt worden. Dadurch können die Kölner den Rückkehrer ohne jegliche Bedenken einsetzen, bis die FIFA eine Entscheidung im Verfahren um die Vertragsauflösung getroffen hat und im besten Fall auf eine rechtmäßige Kündigung entscheidet.