Der 1. FC Köln sorgte am Samstagabend für eine Überraschung: ​​Torjäger Anthony Modeste kehrt zurück. Der Franzose, der erst vor einem Jahr für über 30 Millionen Euro zum chinesischen Spitzenklub Tianjin Quanjian wechselte, dort allerdings das Arbeitsverhältnis aufgrund ausstehender Gehaltszahlungen kündigte, unterzeichnete an alter Wirkungsstätte einen Vertrag bis 2023. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hatte dabei ein ehemaliger Kanzlerkandidat seine Finger im Spiel.


Als die Rückkehr von Modeste, der in 73 Einsätzen für den 'Effzeh' 45 Tore erzielte, bekanntgegeben wurde, dankte Präsident Werner Spinner laut Express einer ganz bestimmten Person: "Ich möchte mich bei dem Europa- und Weltpolitiker Martin Schulz bedanken. Ohne ihn wäre dieser Deal nicht möglich gewesen."

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  Fädelte den Deal aus eigener Initiative ein: Ex-Kanzlerkandidat Martin Schulz (SPD)


Demnach habe der ehemalige Präsident des europäischen Parlaments den Kontakt zwischen dem 1. FC Köln und Tianjin Quanjian hergestellt und infolge dessen einen Termin bei Präsident Yuhui Shu arrangiert, welchen FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle wahrgenommen habe. "Ich habe in China ein paar Verbindungen. Im Verlauf der letzten drei Wochen ist es mit viel Einfühlungsvermögen gelungen, den Verein in China davon zu überzeugen, dass der Tony in Köln besser aufgehoben ist als in China", erklärte Schulz laut Bild


Das Verhältnis zwischen Modeste und seinem ehemaligen Arbeitgeber war schon seit längerer Zeit angespannt. Der Stürmer kündigte aufgrund ausstehender Gehaltszahlungen bereits vor Monaten seinen Vertrag, woraufhin die FIFA eingeschaltet wurde. Seither war unklar, ob Modeste tatsächlich als vertragsloser Spieler gelte, doch dank Schulz' Hilfe sollen sich beide Seiten geeinigt haben. "Im Umgang mit chinesischen Verhandlungsführern ist die Erfahrung meist, dass man ihnen viel Respekt entgegenbringen muss. Ich glaube, das ist uns gelungen. Das ist für Köln hoffentlich ein großer Schritt in eine gute Zukunft", fuhr der bekennende FC-Fan fort.


Tianjin droht mit Klage


Wie die Verantwortlichen von Tianjin Quanjian in einer offiziellen Stellungnahme verlauten ließen, kann von einer Einigung zwischen beiden Vereinen allerdings keine Rede sein. So hieß es laut Goal: "Der Verein bedauert die Fehleinschätzung des 1. FC Köln, Modeste unter Vertrag zu nehmen, und hat diesen daran erinnert, dass man für den Vertragsbruch des Spielers verantwortlich sein könnte."

Kashiwa Reysol v Tianjin Quanjian - AFC Champions League Group E

  Sein letztes Spiel für Tianjin Quanjian absolvierte Anthony Modeste am vierten August. Danach erfolgte die einseitige Vertragskündigung des Stürmers


Der aktuelle Tabellenneunte der Chinese Super League werde "alle Maßnahmen ergreifen, um unsere rechtmäßigen Rechte und Interessen zu schützen." Auch sei man dazu bereit, den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einzuschalten. Wie es weiter heißt, warte man nämlich ob des Vertragsverhältnisses zwischen Modeste und Tianjin noch immer auf eine Entscheidung der FIFA. 


So habe der 30-Jährige den Verein im August als "noch registrierter Spieler verlassen und bei der FIFA auf ein vorzeitiges Ende seines Vertrages plädiert." Im Zuge dessen habe der Verein eine Gegendarstellung abgegeben und sprach von "unangemessenen Forderungen" seitens Modeste. Der Verein glaubt an eine "faire Entscheidung" des Weltverbandes und zeigte sich zuversichtlich, als Sieger aus dem Rechtsstreit hervorzugehen. 


Es bleibt daher abzuwarten, wie sich der Fall in den kommenden Tagen entwickeln wird. Doch dass speziell die chinesischen Klubs keine einfachen Verhandlungspartner sind, zeigte bereits im Sommer der Transfer-Hick-Hack um Mittelfeldspieler Axel Witsel, der am Ende rechtmäßig zu Borussia Dortmund wechselte.