Der Machtkampf zwischen Martin Kind und der Deutschen Fußball-Liga geht weiter. Wie die Bild berichtet, soll die Klage des Klubchefs von Hannover 96 gegen den von der DFL abgelehnten Antrag zur Ausnahmegenehmigung und der gleichzeitigen Übernahme des Bundesligisten noch in diesem Jahr vor dem Ständigen Schiedsgericht der Lizenzligen verhandelt werden. 


Schon lange verfolgt Kind das Ziel, die endgültige Macht bei Hannover 96 zu übernehmen. Das wohl größte Hindernis ist dabei allerdings die 50+1-Regel, die es Kapitalanlegern untersagt, die Mehrheit des Stimmenanteils zu erhalten. Stattdessen muss der Mutterverein, in diesem Fall der Hannoversche Sportverein 1896 e.V., mindestens 50 Prozent sowie einen weiteren Stimmanteil an der 'H96 Management GmbH' halten, um auch künftig die Lizenz für den Spielbetrieb in der ersten oder zweiten ​Bunde​sliga zu erhalten.


Wie die DFL auf der verbandseigenen Website festhält, wollte Kind durch den entsprechenden Antrag die Mehrheit der 'H96 Management GmbH' erhalten. Möglich sollte dies eine Ausnahmegenehmigung machen, die erteilt werden kann, wenn "ein anderer Rechtsträger" - in diesem Fall Martin Kind - "seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat."


Laut Bild habe der 74-Jährige allerdings nicht die finanziellen Voraussetzungen für die Übernahme erfüllt, weshalb der Antrag abgelehnt wurde. Daher wollte Kind diese Problematik durch eine Satzungsänderung umgehen, durch welche der Aufsichtsrat der 'Hannover 96 Sales & Service GmbH', an der auch Unternehmer wie Dirk Rossmann oder Gregor Baum beteiligt sind, gestärkt wurde und die 'H96 Management GmbH' im Gegenzug an Einfluss verlor. 

Hannover 96 v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

       Glaubt noch immer an eine rechtmäßige Übernahme von Hannover 96: Martin Kind


Die Satzungsänderung wird jedoch als kritisch angesehen, da sie in einigen Punkten möglicherweise gegen die 50+1-Regularien verstößt. Ein weiterer Streitpunkt: Noch ist Kind e.V.-Präsident, doch diesen Posten will er bei der Mitgliederversammlung im März aufgeben. Sein Nachfolger hätte aufgrund der Satzungsänderung weniger Macht als zuvor und würde somit an Bedeutung verlieren. Daher hatte die DFL eine entsprechende Stellungnahme des Klub-Bosses eingefordert, der frühzeitig ankündigte, gegen die Ablehnung des Antrags der Ausnahmegenehmigung klagen zu wollen.


Mit einem Urteil sei in diesem Jahr nicht unbedingt zu rechnen, doch wie Udo Steiner, Vorsitzender des Ständigen Schiedsgerichts erklärte, sollen die Verhandlungen noch vor Jahresende aufgenommen werden: "Ich kann bestätigen, dass die mündliche Verhandlung noch 2018 stattfinden wird. Kein Mensch kann aber vorhersagen, ob eine Entscheidung noch am selben Tag, in diesem Jahr oder erst 2019 fällt. Das hängt sehr davon ab, wie die mündliche Verhandlung abläuft, ob etwa Fragen auftauchen, die bisher nicht gestellt wurden und beantwortet werden müssen."


Laut Kind sei die Lizenz für den Spielbetrieb in der ersten und zweiten Bundesliga nicht gefährdet. Der Lizenzverlust würde jedoch weiterhin drohen, sollte das Schiedsgericht zu Gunsten der DFL entscheiden. Der Ausgang dessen dürfte daher weiterhin spannend bleiben.


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