Alle Zuschauer, die das Spitzenspiel der Bundesliga verfolgt haben, durften Zeuge einer denkwürdigen Partie werden. Der deutsche Clasico hat sein Versprechen eingehalten und allen Fans einen Fußballabend beschert, der noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.


Borussia Dortmund gegen den FC Bayern. Eine Begegnung, die Geschichte geschrieben hat. Geschichte, die am 11. Spieltag der diesjährigen Saison um ein gewichtiges Kapitel erweitert wurde. Unabhängig vom Ausgang der Partie wurden alle Meinungen negiert, die auch für dieses Jahr einen langweiligen Titelkampf prophezeit haben. Wir analysieren die Partie und stellen zwei Thesen fest, die das Spiel hervorgebracht hat.


Die Bayern sind back – zumindest in der ersten Halbzeit


Was der FC Bayern München in der ersten Halbzeit abgeliefert hat, war aller Ehren wert. Ein derartiges Pressing und eine solch gekonnte Dominanz konnte bislang in wenigen Spielen festgestellt werden. Die Art und Weise, wie die Dortmunder in die eigene Hälfte gedrängt und Torchancen erspielt wurden, sollte alle kritische Stimmen an Niko Kovac verstummen lassen. 


Der FCB hat eine Dampfwalze im Signal Iduna Park aufs Feld losgelassen, die ihresgleichen in puncto Angriffs- und Gegenpressing sucht. Altmeister Ribery hat einen Waldbrand auf der Dortmunder rechten Defensivseite entfacht, der eigentlich für mehr als ein nur ein Tor zur Pause hätte beitragen müssen. 


Die Dortmunder Moral


Als Reaktion auf die bockstarke erste Hälfte der Bayern reagierte der BVB mit einer unglaublichen Portion Mut und Selbstvertrauen. Hat man sich in der ersten Halbezeit noch vor der Dominanz der Bayern versteckt und zurückdrängen lassen, so agierte die Borussia in Halbzeit zwei mit Selbstverständnis und dem absoluten Willen, sich im heimischen Stadion nicht niederkämpfen zu lassen. Getragen durch das Dortmunder Publikum und durch den schnellen Ausgleichstreffer, konnten die Dortmunder den Angriffsbemühungen der Bayern widerstehen, die in der 52. Minute erneut in Führung gegangen sind. 


Unbeirrt suchten Hakimi, Sancho und Reus die Offensive und wurden durch Alcacer belohnt, sich nicht vor der spielerischen Stärke der Bayern gebeugt zu haben. Fortan waren die Dortmunder gestärkt und spielten mit Zagadou und Akanji in der Defensive eine außerordentlich abgeklärte Leistung herunter. Nichtsdestotrotz kamen die Bayern gefährlich vor das Dortmunder Tor und konnten in der Nachspielzeit noch einen Treffer durch Lewandowski verzeichnen. Dieser wurde jedoch von den Schiedsrichtern aberkannt und war ebenfalls ein Beleg für die allzeit zweifelsfreie Leistung der Spielleitung.

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-BAYERN MUNICH

Marco Reus war der Matchwinner der Partie



Im Fazit können wir nur den Hut vor der Leistung beider Mannschaften ziehen, die uns einen derartigen spannungsgeladen Abend bereitet haben. Beide Teams haben ihre Muskeln spielen lassen und sind ein Beleg dafür, wie stark die Bundesliga gegenwärtig ist. Wir sind froh, dass wir Zeuge einer derartigen hochklassigen Partie sein durften.