​Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat darüber gesprochen, nach welchen Kriterien er bei Stürmern suche und warum die Eintracht bei den letzten Verpflichtungen so ein ausgesprochen gutes Händchen hatte: "Vor allem braucht es aber ausreichend Phantasie, den Transfer bei dem ein oder anderen Spieler tatsächlich umzusetzen", meint der Europameister von 1996.


Luka Jovic, Sebatien Haller und Ante Rebic erzielten in dieser Saison bereits 18 Tore für Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Laut ​Transfermarkt.de ist das Frankfurter Sturm-Trio damit das drittbeste Europas hinter den Millionentruppen von Paris Saint-Germain (Kylian Mbappé, Neymar, Edinson Cavani) und des FC Barcelona (Lionel Messi, Philippe Coutinho, Luis Suarez). Während Spieler wie Neymar, Mbappé oder Coutinho aber alleine bereits weit über 100 Millionen Euro kosteten, wird ​Eintracht Frankfurt für sein Sturm-Trio maximal 21 Millionen Euro investiert haben.


Der kroatische Nationalspieler Rebic kam per Leihe und anschließender Kaufoption über nur zwei Millionen Euro vom AC Florenz. Sebastien Haller kam für sieben Millionen Euro aus der niederländischen Eredivisie vom FC Utrecht. Und die Kaufoption für Shooting-Star Luka Jovic, der aktuell von Benfica Lissabon ausgeliehen ist, soll Berichten zufolge nur bei zwölf Millionen Euro liegen. Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic, der in seiner aktiven Zeit selbst einer der besten Stürmer der Liga und 1996 ​Bundesliga-Torschützenkönig war, sieht auch seine eigenen Vergangenheit als Schlüssel für das gute Händchen der SGE bei neuen Stürmern: "Ich war ja selbst früher Stürmer, und deshalb achte ich in meinen Mannschaften immer darauf, dass wir gute Stürmer haben. Ein Team fühlt sich einfach sicherer, wenn es weiß, da steht ein einer vorne drin, der im Zweifel das Tor macht."

Gegenüber dem ​Focus erklärte Bobic jedoch auch, dass die Eintracht vor allem ein gutes Scouting und die nötige Phantasie, günstige Spieler aus kleineren Ligen zu finden oder das Potential in Leihspielern zu sehen: "In all diesen Transfers steckt sehr viel Vorarbeit. Vor allem braucht es aber ausreichend Phantasie, den Transfer bei dem ein oder anderen Spieler tatsächlich umzusetzen. Es braucht auch einen gewissen Mut, sich gewisse Transfers vorstellen zu können. Bei fast allen Transfers gibt es Bedenken von verschiedensten Seiten, aber am Ende braucht es die Courage, einen Spieler trotzdem zu verpflichten."


Der deutsche Europameister von 1996 hebt dabei die gute Zusammenarbeit mit dem Scouting und der finanziellen Abteilung hervor: "Wir haben eine ausgezeichnete Scouting-Abteilung, auf die wir sehr stolz sind. Wir gehen sehr viele Verpflichtungen frühzeitig an und sind lange in der Vorplanung, obwohl es noch nicht mal gewiss ist, dass wir den entsprechenden Transfer dann realisieren können." So sei es etwa möglich gewesen, Ante Rebic zwei Jahre in Folge auszuleihen, den Kroaten schließlich für nur zwei Millionen Euro zu verpflichten und den Vertrag mit Rebic sogar bis 2022 zu verlängern. Aktuell wird der Marktwert des 25-Jährigen von Transfermarkt.de auf 30 Millionen Euro taxiert.