Wenn er spielt, liegen Tore in der Luft: Paco Alcácer. Der Angreifer von ​Borussia Dortmund erzielte in seinen ersten Einsätzen Tore wie am Fließband. Kein Wunder also, dass sich der 25-Jährige bei seinem neuen Verein "wirklich sehr glücklich" fühlt. An den Toren allein soll dies allerdings nicht liegen, wie er im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung verriet. Dass der BVB den perfekten Knipser für das Offensivspiel gefunden hat, liegt derweil auch an einem Spieler, der eine ganz besondere Bindung zu diesem Verein hat.


Schon vor einigen Jahren sorgte Alcácer für Aufsehen. Damals, beim FC Valencia, für den er seit 2005 spielte und dort auch nach einem Leihgeschäft mit dem FC Getafe den Durchbruch schaffte. Für die 'Fledermäuse' traf er in 124 Partien 43 Mal, ehe der FC Barcelona für 30 Millionen Euro zuschlug.


In der Hierarchie musste sich Alcácer jedoch hinter Luis Suarez anstellen. Der Uruguayer trifft auch heute noch wie am Fließband, steht aktuell bei neun Toren in der Primera Divison und erzielte bereits 369 Tore in seiner gesamten Karriere.

Valencia CF v Real Madrid CF - La Liga

   Für den FC Valencia war Paco Alcácer regelmäßig zur Stelle - beim FC Barcelona sah die Welt allerdings etwas anders aus



Daher folgte im Sommer der Schritt nach Dortmund, wo er sich spürbar wohl fühlt. Es benötigte kaum Zeit, um sich in das neue System von Lucien Favre zu integrieren. Trotz muskulärer Probleme schaffte es Alcácer in kürzester Zeit, ein Tor nach dem anderen zu erzielen. Schon jetzt ein Highlight der Saison: Im Heimspiel gegen den FC Augsburg bringt Favre seinen neuen Torjäger beim Stande von 0:1 in der 60. Minute. Nur zwei Minuten später erzielt Alcácer den Ausgleich, und in der 80. Minute war er erneut zur Stelle - genau wie in der vierten Minute der Nachspielzeit, als er einen direkten Freistoß verwandelte, seinen ersten Hattrick für den BVB erzielte und in einem spektakulären Spiel, das am Ende mit 4:3 zugunsten der Dortmunder enden sollte, den Schlusspunkt setzte.


Trotz unglaublicher Torquote: Alcácer bleibt auf dem Boden


"Die Borussia hat mir geholfen, wieder der zu sein, der ich war", so Alcácer, der sich schon jetzt pudelwohl fühlt und daher frühzeitig davon sprach, ​sich sogar einen Verbleib über die Saison hinaus vorstellen zu können. Nach seinen ersten bemerkenswerten Auftritten schaffte er den Sprung zurück in die Nationalmannschaft und wurde prompt in seiner Heimat gefeiert. Zugleich weiß er auch, dass es "unmöglich ist, diese Frequenz aufrechtzuerhalten."

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  In Dortmund will der 25-Jährige weiterhin regelmäßig jubeln, weiß aber auch, dass Spiele wie gegen den FC Augsburg wohl eher die Ausnahme bleiben



"Es werden auch zwei oder drei Spiele nacheinander kommen, in denen ich nicht treffe", ist er um Bodenständigkeit bemüht. Paco, wie er genannt wird, sei "nicht davon besessen, in so kurzer Zeit so viele Tore geschossen zu haben."


Zuspruch von Bartra und Dembélé


Doch damit der BVB den Zuschlag für Alcácer erhielt, benötigte es offenbar auch ein paar warme Worte ehemaliger Weggefährten. "Als die Gerüchte aufkamen, hat Marc Bartra mich angesprochen", berichtet der Angreifer. Bartra spielte von 2016 bis Januar dieses Jahres in Dortmund, wobei seine Zeit in Schwarz-Gelb aufgrund des Anschlags auf den Mannschaftsbus im April 2017 ein unrühmliches Ende fand. "Er hat mir gesagt, dass das ein sehr guter Verein sei" - ebenso wie Ousmane Dembélé, der sich wiederum nach nur einem Jahr vom BVB verabschiedete und im vergangenen Sommer einen Wechsel zum FC Barcelona erzwang.


Auf einen großen Verein warten große Spiele. Am Samstagabend empfängt die Borussia den FC Bayern München. Erstmals seit April 2012 geht der BVB dabei als Tabellenführer in das Spitzenspiel, das Alcácer kaum erwarten kann: "Das ist eines der Spiele, die jeder Fußballer gerne spielen möchte, eines der größten, die man in Europa erleben kann. Ich war noch nicht direkt dabei, aber das Ambiente stelle ich mir spektakulär vor." Mit einem Sieg hätte man bereits sieben Zähler Vorsprung, doch davon will sich der Spanier nicht blenden lassen: "Wir wissen auch, dass die Saison noch sehr lang ist. Beide werden noch durch gute und schlechte Situationen gehen müssen."