Kracher in Leipzig: Die voraussichtliche Aufstellung von Bayer Leverkusen

Der bisherige Saisonverlauf von Bayer Leverkusen ähnelte im wahrsten Sinne des Wortes einer Achterbahnfahrt. Die 'Werkself' verlor die ersten drei Partien in der Bundesliga, ehe man die folgenden drei Pflichtspiele allesamt gewann. Daraufhin gab es mit Ausnahme des 4:2-Erfolgs in der Europa League gegen AEK Larnaka drei weitere Ligaspiele ohne Sieg, woraufhin die Stimmung nach der Niederlage gegen den FC Zürich kippte.


Seitdem hat sich urplötzlich einiges getan: In der Liga atmete Bayer nach einem 6:2 gegen Werder Bremen auf, ehe man Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal mit 5:0 überrumpelte und daraufhin deutlich gegen die TSG Hoffenheim verlor.


Am Sonntag (15:30 Uhr) wartet nun der nächste schwere Gegner auf die Mannschaft von Heiko Herrlich: RB Leipzig. Zwar verloren die 'Roten Bullen' unter der Woche mit 1:2 bei Celtic Glasgow, doch die vorherige Serie von zehn Pflichtspielen ohne Niederlage und Platz vier in der Bundesliga machen deutlich, dass Ralf Rangnick in seinem zweiten Jahr als Interimstrainer die Zügel voll und ganz in der Hand hat.


Leverkusen hingegen will sich bis zum Winter an die obere Tabellenhälfte heranarbeiten, weshalb auch diese Partie erneut ein richtungsweisendes Resultat liefern könnte. Mit einem Erfolg wäre nach Bremen und Gladbach der dritte Gegner aus den Top-Sechs geschlagen, zudem klauen sich am Vortag der SC Freiburg und Mainz 05 möglicherweise gegenseitig die Punkte. Unter Umständen könnte man schon auf den neunten Tabellenplatz klettern, doch dafür muss zunächst einmal eine Top-Leistung in Leipzig her.


Im Folgenden präsentieren wir eine Variante, wie die 'Werkself' daher ins Rennen gehen könnte.

1. Torwart: Lukas Hradekcy

Für einen möglichen Erfolg gegen die Sachsen benötigt es auch einen Lukas Hradecky in Top-Form. Allerdings ist es dem Finnen seit seiner Ankunft in Leverkusen erst zwei Mal gelungen, die weiße Weste in der Bundesliga zu wahren. Letztmalig war dies am siebten Spieltag der Fall, als sich Leverkusen und Freiburg mit 0:0 trennten.

2. Abwehr: Jonathan Tah

In den beiden Duellen gegen den FC Zürich wurde Jonathan Tah nicht für den Kader nominiert, doch in der Bundesliga verpasste der 1,95 Meter große Abwehr-Riese keine einzige Minute. Gegen den schnellen Leipziger Angriff wird er vor allem seine körperliche Überlegenheit ausnutzen müssen, damit ihm Timo Werner & Co. nicht davonlaufen. 

3. Abwehr: Sven Bender

Auch Sven Bender fehlte gegen die Züricher - allerdings aufgrund von muskulären Problemen. Wie es scheint, wird der 29-Jährige diese bis Sonntag wohl auskurieren können, weshalb ein Startelfeinsatz durchaus wahrscheinlich ist. Bislang fehlte der Ex-Dortmunder erst zwei Mal in der Liga, doch beide Male ging Bayer als Verlierer hervor.

4. Abwehr: Tin Jedvaj

Einst erlebte Tin Jedvaj unter Roger Schmidt seinen persönlichen Höheflug in Leverkusen, doch die Zeiten sind schon länger vorbei. Seitdem sitzt er regelmäßig auf der Bank, doch zuletzt schickte Heiko Herrlich den 22-Jährigen immer wieder aufs Feld. 


Am Donnerstag erzielte Jedvaj das entscheidende 1:0 gegen den FCZ und sicherte somit das Weiterkommen in der Europa League. Gut möglich, dass er in der Anfangsformation bleiben wird.

5. Mittelfeld: Lars Bender

Unter der Woche wurde Kapitän Lars Bender geschont - zumindest für knapp 75 Minuten. In der Schlussviertelstunde kam der Mittelfeldspieler für Wendell aufs Feld, allerdings wird der Brasilianer laut Herrlich gegen Leipzig auflaufen können.


Gut möglich, dass Mitchell Weiser am Sonntag eine Verschnaufpause erhält und Bender daher auf die rechte Seite rückt.

6. Mittelfeld: Julian Baumgartlinger

Julian Baumgartlinger ist wieder zurück. Der Österreicher zog sich vor knapp drei Monaten im Pokalspiel beim CfR Pforzheim einen Innenbandriss zu, der ihn bis zum vergangenen Wochenende außer Gefecht setzte.


Dann allerdings stand er für 45 Minuten gegen 1899 Hoffenheim auf dem Platz, ehe er gegen Zürich durchspielte. Sofern es seine Kräfte zulassen, dürfte er anstelle des ebenfalls zurückgekehrten Charles Aranguiz beginnen.

7. Mittelfeld: Dominik Kohr

Durch die Verletzungen von Aranguiz und Baumgartlinger rückte plötzlich Dominik Kohr in den Fokus. Der 24-Jährige sammelte einst beim FC Augsburg erste Erfahrungen in der Bundesliga und absolvierte über 100 Pflichtspiele, ehe er im vergangenen Jahr für zwei Millionen Euro nach Leverkusen zurückkehrte.


Schon im vergangenen Jahr gehörte der gebürtige Trierer mit 32 Einsätzen zu den Dauerbrennern der Leverkusener, aktuell steht er bei 14.

8. Mittelfeld: Wendell

In der Europa League setzte Herrlich wieder auf ein 4-3-3, doch zuvor probierte sich der Übungsleiter an einem System mit Dreierkette. Da es trotz des Ausrutschers gegen Hoffenheim wahrscheinlich ist, dass sich Herrlich erneut für ein 3-4-3 entscheidet, würde Wendell daher wieder in einer offensiveren Rolle zum Einsatz kommen.


Der Linksverteidiger sucht ohnehin immer wieder den Weg nach vorne. Und auch wenn er nicht an vielen Toren direkt beteiligt ist, ist sein Einsatz nahezu unverzichtbar.

9. Angriff: Karim Bellarabi

Er ist plötzlich der Mann der Stunde: Karim Bellarabi. Der 28-Jährige, der - auch aufgrund eines Muskelbündelrisses - zwei schwierige Jahre hinter sich hat, dreht in der aktuellen Phase der Leverkusener voll und ganz auf.


Nach seiner Rot-Sperre aus dem Spiel gegen den FC Bayern riss er nahezu im Alleingang das Ruder der 'Werkself' um: Mit sieben Toren und drei Vorlagen ist er wettbewerbsübergreifend der gefährlichste Leverkusener. In seinen vergangenen fünf Einsätzen erzielte er immer mindestens ein Tor, lieferte zudem beim 6:2-Sieg in Bremen zwei weitere Vorlagen und wurde somit zum absoluten Matchwinner gegen Werder. In dieser Form sah man den Flügelflitzer zuletzt in der Saison 2015/16, als er es auf zwölf Tore und 14 Assists brachte.

10. Angriff: Kai Havertz

Um einen anderen Shootingstar ist es hingegen ruhiger geworden: Kai Havertz. Der 19-Jährige galt bei den ersten Siegen in der Bundesliga als Schlüsselfigur und wird auch weiterhin eine ganz wichtige Rolle in der 'Werkself' spielen - doch zu viel Rampenlicht wäre womöglich nicht allzu förderlich gewesen.


Nicht zu verachten ist jedoch auch: Mit sechs Treffern und fünf Vorlagen hat er seine Marke an Scorerpunkten aus dem Vorjahr (vier Tore, neun Assists) fast schon übertroffen. In diesem Jahr scheint er auch vor dem Tor endgültig durchzustarten.

11. Angriff: Kevin Volland

Am Donnerstag verbrachte Kevin Volland die 90 Minuten gegen den FC Zürich auf der Bank - ein Novum in dieser Saison. Der Angreifer verpasste zwar das ein oder andere Mal die Startelf, wurde allerdings immer wieder eingewechselt. 


Zugleich dürfte dies ein wichtiges Signal von Herrlich sein. Am Sonntag sind Vollands Qualitäten im Abschluss von hoher Bedeutung, weshalb er ausgeruht und fit in die Partie gegen RB gehen soll. 

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