Seine ersten Schritte machte Kevin Trapp einst beim 1. FC Kaiserslautern, doch der endgültige Durchbruch sollte bei ​Eintracht Frankfurt gelingen. Drei Jahre nach seinem Wechsel zu Paris St. Germain ist er wieder zurück in der hessischen Metropole, allerdings nur für ein Jahr - oder vielleicht länger? Im Gespräch mit der ​Bild wollte er nichts Konkretes über seine Zukunft verraten, doch ein Verbleib über die Saison hinaus scheint zumindest kein unrealistisches Szenario darzustellen.


96-mal hütete Trapp das Tor der Frankfurter Eintracht, ehe Paris St. Germain den Nationaltorhüter im Sommer 2015 für 9,5 Millionen Euro verpflichtete. Doch in der französischen Hauptstadt wurde er zur Nummer zwei degradiert, die Verpflichtung von Gianluigi Buffon im Sommer ließ die Chance auf eine Rückkehr ins Tor zusätzlich schwinden. 


Daher sehnte er sich endgültig nach einer Veränderung: "Ich habe entschieden, dass ich in Paris so nicht weiter machen wollte. Ich bin 28, Nationaltorhüter und habe Ehrgeiz und für mich selbst Ziele. Also muss ich wieder spielen."

Paris Saint-Germain v SM Caen - Ligue 1

  Auch unter Thomas Tuchel sollte Kevin Trapp nicht die erste Geige spielen, weshalb im Sommer der Schritt zurück in die Bundesliga folgte


Bei seinem Ex-Klub, der im Mai den DFB-Pokal gewann und somit in die Europa League zurückkehrte, könne man viel erreichen. Daher folgte der Schritt zurück zur Eintracht, und deshalb will Trapp vor allem nach vorne blicken: "Ich habe mich in Paris persönlich weiterentwickelt. Dazu gehört, dass du dir dieses Sieger-Gen aneignest." Zwar sei es in Frankfurt nicht so, dass man jedes Spiel gewinnen müsse, doch man habe zuletzt regelmäßig "zeigen können, dass wir richtig gut Fußball spielen."


"Wir, die Eintracht müssen natürlich immer aufpassen, nicht unten rein zu rutschen. Aber auf lange Sicht muss man sagen, dass man sich dahin entwickeln will, dauerhaft im internationalen Fußball zu spielen – auch wenn das schwer ist", so Trapp, der von seinen Mannschaftskollegen schwärmt: "Wenn man diese Chance jetzt hier hat, und wenn wir unsere Qualität, die wir zweifelsfrei haben, auf den Platz bringen, ist es schwer, uns zu schlagen."


Trapp fühlt sich wohl - will allerdings hoch hinaus


Trotz des holprigen Saisonstarts sei für die Mannschaft nahezu alles möglich, was die Eintracht für Trapp umso attraktiver macht. Dürfen die Verantwortlichen also Hoffnung über einen langfristigen Verbleib schöpfen? "Was im Sommer wird, kann ich nicht alleine entscheiden. Ich habe noch ein Jahr Vertrag in Paris. Und es geht ja auch darum, was die Eintracht machen will", sagt der 28-Jährige, der jedoch auch klarstellt: "Natürlich muss es hier auch Ziele geben. Nur einfach gucken, was passiert – das geht nicht."

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An seiner alten Wirkungsstätte hat Trapp den Spaß am Fußball spürbar wiedergefunden 


Die Qualifikation für den Europapokal sei damit allerdings nicht gemeint. Diesen zu erreichen "wäre schön", allerdings kein Muss. Finanzielle Beweggründe spielen beim Schlussmann keine übergeordnete Rolle, weshalb nun Sport-Vorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner gefragt sind. Wenn sie es schaffen, Trapp von dem eingeschlagenen Weg und dem gemeinsam erarbeiteten Konzept zu überzeugen, und wenn die Mannschaft unter Adi Hütter weiter so mutigen und teils begeisternden Fußball spielt, erscheint die endgültige Rückkehr des früheren Mannschaftskapitäns alles andere als unrealistisch.