​Trotz Trainerwechsels, Torlos-Serie und aller Unruhe - Der HSV ist Tabellenführer der ​zweiten Liga und damit auf Wiederaufstiegs-Kurs. Zu verdanken haben die Nordlichter das auch einer soliden Defensive, in der sich der schottische Neuzugang David Bates wohler und wohler fühlt. 


Achtmal hat der ​Hamburger Sportverein in dieser Saison ein Spiel ohne Gegentor beendet - aktueller Zweitliga-Bestwert. Die lediglich elf insgesamt kassierten Tore sind die zweitwenigsten einer Mannschaft im Unterhaus. In Hamburg etabliert sich eine neue defensive Identität, auch dank des Abstiegs und damit verbundenen Personalwechsels. Es wird nun auch auf Jugend gesetzt in der Hamburger Verteidigung. Das bedeutet zwar weniger Erfahrung und Abgeklärtheit, es ist aber auch ein Versprechen für die Zukunft. 


Zu der gehört an der Elbe seit Sommer 2018 auch der schottische Innenverteidiger David Bates. Als der im Transferfenster ablösefrei von den Glasgow Rangers zum Absteiger wechselte, war er in Deutschland ein No-Name - und doch passte er so hervorragend zu dem Konzept des sich neu zusammensetzenden HSV. Denn der rothaarige 1,93m-Hüne ist erst 22 Jahre alt, spielt in der U21-Nationalmannschaft Schottlands und war - nochmal - ablösefrei. 

FBL-US-FLORIDA-CUP

In seiner Heimat spielte David Bates (r.) zuletzt für den Rangers FC aus Glasgow



Was für den Hamburger Sportverein nach einem guten, risikofreien Deal klingt, war aber auch für Bates eine Riesenchance - die der Schotte bislang erstklassig genutzt hat. So konnte der junge Innenverteidiger sowohl Christian Titz als auch dessen Nachfolger im Traineramt, Hannes Wolf, überzeugen, ihn regelmäßig einzusetzen. Die Ergebnisse, gerade die gegentorlosen Spiele, geben den Fußballlehrern Recht: Dreimal nur kassierten die Nordlichter in der laufenden Saison mehr als ein Gegentor. Das erste Spiel - ein 0:3 gegen Holstein-Kiel - war Bates Liga-Debüt, bei den beiden anderen - einem 3:2-Sieg gegen Heidenheim und der 0:5-Blamage gegen Regensburg - stand der schottische Youngster gar nicht auf dem Platz. 


Bates fühlt sich pudelwohl


Dass der junge Mann von der Insel in Hamburg so schnell Fuß fassen konnte, liegt wohl auch daran, dass sich der 22-jährige Defensivspieler in der Hafenstadt gleich so wohl fühlte. Der britischen Daily Mail gegenüber konstatierte er, der Wechsel nach Deutschland sei "eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe". Er habe in Hamburg ein besserer Fußballer werden wollen. Das sei schon jetzt, nach einem knappen Drittel der Saison, geschehen. Dafür verantwortlich ist aber laut dem Verteidiger nicht nur er selbst, sondern das Gesamtpaket des Hamburger SV. So schwärmt der Neuzugang: "Ich habe den Fußballsport noch nie so genossen wie aktuell. Die Spielweise, das Coaching der Trainer, die Art, wie man sich um mich kümmert – alles hier ist klasse."

Hamburger SV v FC St. Pauli - Second Bundesliga

In Hamburg fühlt sich der junge Schotte bestens aufgehoben



Die ablösefreie Sommerverpflichtung könnte also, so lässt es die Schwärmerei des Schotten vermuten, bei weiter guter Leistung zum langjährigen Hamburger werden. Nach abgesessener Gelbrotsperre wird Bates hoffen, dem Zweitliga-Tabellenführer schon am Samstag in Aue wieder 90 Minuten lang unterstützen zu dürfen.