​​Schalke-Cheftrainer Domenico Tedesco kündigte am Dienstagabend nach dem ​2:0-Heimerfolg gegen Galatasaray die Rückkehr von Ralf Fährmann ins Tor an. Alexander Nübel, der den verletzten Kapitän in den vergangenen Partien bravourös vertreten hat, muss daher ab dem kommenden Wochenende wieder mit dem Platz auf der Bank vorliebnehmen. Einige Schalke-Fans können diese Entscheidung nur bedingt nachvollziehen. 


Fährmann hatte sich Mitte Oktober eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich zugezogen, die ihn zu einer knapp dreiwöchigen Pause zwang. Am Dienstagabend kehrte der Schlussmann wieder in den Kader zurück. Gegen Galatasaray durfte Nübel den Kapitän erneut vertreten, da Tedesco kein Risiko eingehen wollte. "Alexander Nübel hat das ohne Fehl und Tadel gelöst", wird Sportvorstand Christian Heidel vom kicker zitiert. 

"Er hat gegen Galatasaray ja nicht viel auf die Hütte bekommen; was da kam, hat er souverän geregelt. Chapeau", betonte der 55-Jährige. "Wir wissen, dass wir zwei ausgezeichnete Torhüter haben." Nübel muss trotz überzeugender Vorstellungen den Platz zwischen den Pfosten wieder räumen. "Am Sonntag gegen ​Eintracht Frankfurt wird Ralf wieder im Tor stehen. Alexander hat ihn fantastisch vertreten. Aber Ralle ist unser Kapitän und unsere Nummer 1", erklärte Tedesco. 

1. FC Koeln v FC Schalke 04 - DFB Cup

Machte in den letzten Partien eine gute Figur: Alexander Nübel



Nüberl gehört die Zukunft - aber (noch) nicht die Gegenwart


Einige Schalke-Fans hätten sich jedoch damit anfreunden können, dass Nübel auch weiterhin das Tor der Königsblauen hütet. Der 22-Jährige lieferte in den letzten Partien starke Vorstellungen ab. In Sachen Spielaufbau hat der Youngster klar die Nase vorn. Nübel strahlt zudem trotz seines jungen Alters bereits sehr viele Ruhe aus. Die Entscheidung von Tedesco, Fährmann wieder ins Tor zu beordern, ist jedoch auch vollkommen legitim und nachvollziehbar. 


Pro und Contra für die Rückkehr des Kapitäns


Der 30-Jährige war in den letzten Jahren stets ein starker Rückhalt und hielt für die Knappen so manchen Punkt fest. Fährmann ist zudem Kapitän und ein wichtiger Führungsspieler. Hätte Tedesco den Schlussmann zur Nummer zwei degradiert, wäre in Gelsenkirchen wohl zusätzliche Unruhe aufgekommen.

Nun haben die Knappen gerade erst ihre Krise für beendet erklärt. Die positive Stimmung nach dem Sieg gegen Galatasaray - mit dem Schalke bereits mit einem Bein im Achtelfinale der Champions League steht - will Tedesco deshalb nicht aufs Spiel setzen. Eine Degradierung des Kapitäns könnte zum Stimmungskiller werden.


Auf der anderen Seite gibt Nübel mit seiner fußballerischen Klasse der Abwehr gerade im Spielaufbau mehr Sicherheit und auch Optionen für das kontrollierte Spiel nach vorne. Etwas, mit dem Schalke gerade zum Saisonstart große Probleme hatte. 


Am Ende wird sich Tedesco dennoch für Mentalität, Erfahrung und damit seinen Kapitän entscheiden. Alexander Nübel hat die Hoffnungen für die Zukunft im Schalker Tor mit seinen Auftritten aber zumindest weiter geschürt.