​Bayer 04 Leverkusen musste am Samstagnachmittag den nächsten Rückschlag verkraften. Nach den beiden Gala-Vorstellungen gegen ​Werder Bremen (6:2) und ​Borussia Mönchengladbach (5:0) zog die Werkself gegen die ​TSG 1899 Hoffenheim mit 1:4 den Kürzeren. Ex-Manager Reiner Calmund sieht nach der deutlichen Heimpleite keinen Grund für eine Trainerdiskussion. Der 69-Jährige nahm Heiko Herrlich stattdessen in Schutz. 


Nach der Niederlage gegen die Kraichgauer konnte Herrlich seiner Mannschaft eigentlich nicht viel vorwerfen. Die Rheinländer lieferten eine ansprechende Leistung ab und erarbeiteten sich viele Chancen. Vor dem gegnerischen Tor ließ die Herrlich-Elf jedoch die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. Die Hoffenheimer hingegen waren in den entscheidenden Situationen cleverer und im Abschluss deutlich effektiver.

"Bayer hatte in diesem Spiel nicht nur einen guten Start. Die Mannschaft lag auch mit 20 zu 10 Torschüssen klar vorne", erklärte Calmund im Interview mit der Bild-Zeitung. "Das Team besaß die höheren Ballbesitz- und Zweikampf-Werte. Mehr kann ein Trainer nicht tun." Eine Trainerdiskussion hält der 69-Jährige deshalb für fehl am Platz: "Ich kann nur raten, jetzt nach der Heimpleite gegen Hoffenheim nicht eine Herrlich-Diskussion anzufangen." 


Der TV-Experte sieht in der Defensive das größte Problem. "Mit ihren inzwischen 21 Gegentoren liegen sie im unteren Drittel der Liga", betonte der Ex-Manager. "Bei diesen Abwehrfehlern – wie auch gegen Hoffenheim – muss man sich fragen, ob die Balance stimmt?" Für Calmund stellt sich die Frage, ob die schwachen Defensivleistungen auf verletzungsbedingte Ausfälle zurückzuführen sind oder ob die vorhandenen Verteidiger einfach nicht ihr volles Potenzial abrufen können. 

Borussia Moenchengladbach v Bayer 04 Leverkusen - DFB Cup

Steht seit Wochen in der Kritik: Bayer-Coach Heiko Herrlich


"Vielleicht kommt man ja auch zum Schluss, dass man im Winter auf dem Transfermarkt dann in der Abwehr mit ein, zwei neuen Spielern nachjustieren muss", führte Calmund weiter aus. Nach der Heimpleite gegen Hoffenheim will die Werkself am Donnerstagabend in der Europa League gegen den FC Zürich wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.