Am Sonntag gab der ​FC Bayern München auf seiner Vereins-Homepage bekannt, dass sich Lisa Müller, die Ehefrau des Profis Thomas Müller, für ihren Instagram-Post bei Trainer Niko Kovac entschuldigt hat. Der FC Bayern hat seine Aufgabe des zehnten Spieltags zwar schon hinter sich, dennoch wirft die Relevanz dieser Sonntagsnachricht Fragen auf.


Was war geschehen? Es ging tatsächlich um Fußball: Gegen den ​SC Freiburg stand es lange 0:0. ​Die Münchner taten sich ​vor heimischer Kulisse schwer und wirkten ob der heftigen Kritik der vergangenen Wochen mitgenommen. In der 79. Minute nahm Trainer Niko Kovac James Rodríguez aus dem Spiel und brachte Thomas Müller. Seine Gattin Lisa saß auf der Tribüne und verfolgte die Einwechslung hautnah.


Sie teilte auf Instagram mit: „Mehr als 70 Minuten, bis der mal ‘nen Geistesblitz hat“, schrieb sie und postete ein Video der Einwechslung in ihrer Insta-Story. In Richtung des Bayern-Trainers sendete sie ein Facepalm-Emoji.

Der Post ist bereits wieder gelöscht; nur Screenshots dokumentieren dieses „Politikum“. Wie der FC Bayern mitteilt, ist Müller bereits direkt im Anschluss an die Partie auf Niko Kovac zugegangen und habe sich noch vor Ort und Stelle für ihre Kritik entschuldigt. Kovac hat die Entschuldigung angenommen. Dabei ist fraglich, ob er zu dem Zeitpunkt überhaupt von dem Post wusste. Lisa Müller wird präventiv gehandelt haben, um gar nicht erst Diskussionen aufkommen zu lassen. Vermutlich clever, da im Sinne der Bayern-Führung.


Allerdings hat sich im Laufe des Sonntags noch mehr bei Lisa Müllers Instagram-Profil getan: Sie entfernte alle Beträge, die sie zusammen mit Thomas zeigen. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass sie die beruflichen Angelegenheiten ihres Mannes nicht mehr öffentlich kommentieren möchte. 

FC Bayern Muenchen v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

Kovac' "Geistesblitz": Die Einwechslung von Thomas Müller gegen den SC Freiburg



Thomas Müller hat sich bereits gestern Abend bei Sky zu der Sache geäußert: „Ich fand das jetzt nicht super“, sagte er im Fernsehinterview, „aber sie liebt mich halt, was soll ich machen.“ Für den fokussierten Müller dürfte das Thema damit vom Tisch gewesen sein, doch im Verein hat man die Farce mit in den Sonntag genommen.


Die Verantwortlichen des FC Bayern München machten auf der ​denkwürdigen Pressekonferenz zum Thema Medienkritik (oder Mensch​enwürde) klar, dass man „Abrechnungen“ von Medien, ehemaligen Spielern oder Anderen „in gewissem Stile nicht mehr akzeptieren“ wolle. Dazu gehört wohl auch, dass der FC Bayern auf eine Entschuldigung von Lisa Müller hohen Wert legt. Dementsprechend ist die Nachricht des heutigen Sonntags trivial, aber passend zur angestrebten moralischen Ausrichtung des FCB. Niko Kovac beteuerte aber bereits, dass die Angelegenheit für ihn kein Problem sei; immerhin habe nicht Thomas Müller Kritik geäußert.


Nach der ​Halloween-Aktion von Rafinha ist dies aber der nächste naive Nebenschauplatz der Bayern innerhalb kürzester Zeit. Gleichzeitig meistert man die fußballerischen Pflichtaufgaben nicht souverän und lenkt sich mit derartigen Meldungen vom eigentlichen Fokus ab: Die Aufholjagd auf die Tabellenspitze der Liga.