​Nach zwei Siegen in Serien und dem zwischenzeitlichen Erreichen des zweiten Tabellenplatzes in der Bundesliga, musste der ​SV Werder Bremen am Sonntag eine bittere 2:6-Niederlage gegen ​Bayer 04 Leverkusen hinnehmen. Dabei bewies auch der sonst so einfallsreiche Trainer ​Florian Kohfeldt bei seiner Umstellung auf eine Dreierkette kein glückliches Händchen. Von dem Rückschlag lässt sich der Cheftrainer aber nicht verunsichern und stärkte vor allem dem glücklos agierenden Marco Friedl den Rücken.


Durch den Ausfall von Abwehrrecke Niklas Moisander sah sich Kohfeldt zu der taktischen Anpassung gezwungen. Doch auch wenn diese fehlschlug, zeigte sich der Coach von seiner Entscheidung auch im Nachhinein überzeugt. 


"Bei derselben Faktenlage, mit denselben Spielern zur Verfügung, würde ich es auch im Nachhinein wieder genauso machen. Es gab für mich sehr gute Gründe vor dem Spiel, dieses System zu wählen", wird der 36-Jährige vom kicker zitiert.

VVV Venlo v Werder Bremen - Pre Season Friendly Match

Marco Friedl war gegen die Leverkusener in einigen Situationen überfordert


Dass das Spiel derart in die Binsen ging, lag nach Ansicht des Übungsleiters aber nicht vorrangig an dem System. "Das Problem lag direkt im Moment der Ballverluste. Da geht es darum, die Passwege zuzustellen, das haben wir nicht gut gemacht. Und wie gesagt: Der ballferne Innenverteidiger muss reinrücken, das ist ein klarer Ablauf, 1000-mal trainiert. Beides hat nicht funktioniert", so der junge Trainer. 


Einer, der mit seiner Rolle in der Dreierkette überhaupt nicht klar kam, war der junge Marco Friedl. Der erste Startelfeinsatz der Bayern-Leihgabe war so nach einer schwachen Leistung schon zur Halbzeit beendet. Im Anschluss räumte Kohfeldt zwar ein, dass der 20-Jährige kein gutes Spiel gemacht habe, dennoch zeigte er sich überzeugt von den Qualitäten des Youngsters. "Er ist ein sehr, sehr großes Talent. Er hat jetzt 0,0 ein Vertrauensproblem bei mir. Ich vertraue ihm, und es kann gut sein, dass er in dieser Woche nochmal in der Startelf steht", so der Erfolgscoach. Darum sei es nicht zulässig, die Niederlage an einem einzelnen Spieler festzumachen.

VfB Stuttgart v SV Werder Bremen - Bundesliga

Florian Kohfeldt ist von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt


Den bisher guten Saisonverlauf sieht der Cheftrainer nach der Schlappe gegen die Werkself ohnehin nicht gefährdet. "Wir haben ein Jahr lang ganz, ganz wenige Kontertore kassiert. Jetzt waren es in einem Spiel genügend für eine ganze Saison. Ich hätte gerne darauf verzichten können. Aber es ist besser, das mal zu erleben, wenn du mit 17 Punkten Vierter bist, als in einer anderen Situation", so Kohfeldt. 


Zudem lasse sich die Mannschaft von dem Rückschlag nicht umwerfen und werde daraus etwas lernen. "Das Einfache, das allein mit Aufmerksamkeit zu tun hat, das haben wir nicht gemacht. Doch diese Dinge können und werden wir abstellen. Wir werden wieder da sein", machte der gebürtige Siegener den Werder-Fans Mut.