Das Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin wurde von Ausschreitungen überschattet. "Fans" der Berliner attackierten die Polizei mit Fahnenstangen. Insgesamt habe es 45 Verletzte gegeben, wie die Dortmunder Polizei vermeldet. 


Begonnen hatte das ganze Theater, als Anhänger von Hertha BSC zu Beginn des Spiels Pyrotechnik abbrannten. Offenbar schritt die Polizei ein, da sie im Auswärtsblock noch mehr Pyrotechnik vermutete unter einer großen Fahne, die als Sichtschutz herhalten sollte. Einige Ultras von Hertha BSC kletterten daraufhin über den Zaun, manche prügelten sich sogar mit der Polizei, manche warfen Fahnenstangen oder Pyrotechnik in deren Richtung. In der Halbzeitpause zerstörten vermummte Ultras zudem zwei Sanitäranlagen und attackierten Polizisten mit Sanitärkeramik und abgebrochenen Toilettentüren. 


Nach der Partie machte der Verein Hertha BSC in einer Stellungnahme auf der Vereinshomepage deutlich, dass weder Pyrotechnik, noch Gewaltszenen gegenüber der Polizei hinnehmbar seien. "Wir werden die Ereignisse sowohl vereinsintern, als auch die Gründe für den Polizeieinsatz mit den Ordnungskräften analysieren. Klar ist: Wir dulden keine Pyrotechnik im Stadion. Sie ist verboten. Wir werden auch da alles daran setzen, die Störer zu identifizieren", heißt es darin. 

Mancher Beobachter solidarisiert sich allerdings auch mit den Berliner Fans. Die Fanhilfen beider Vereine werfen in einer gemeinsamen Stellungnahme den Dortmunder Polizisten vor, durch das Entfernen der Fahne eine Eskalation der Lage heraufbeschworen zu haben. "Statt mögliches Fehlverhalten im Nachgang durch die hochgelobte Kameratechnik zu verfolgen, wird von der Polizeiführung ein vollkommen überzogener Einsatz veranlasst." Zudem halten sie den massiven Einsatz von Pfefferspray für eine "unverhältnismäßige Maßnahme".


Herthas Manager Michael Preetz sieht die Schuld bei den Fans: "Das ist eine Katastrophe. Das kann man nicht anders einordnen", sagte er in der ARD. Pyrotechnik habe im Fußballstadion nichts zu suchen, Gewalt erst recht nicht, stellte er klar. "Insofern ist das heute eine ganz bittere Stunde für den deutschen Fußball und insbesondere auch natürlich für Hertha BSC."