Taktisch disziplinierte und aufopferungsvoll kämpfende Freiburger besiegen Borussia Mönchengladbach und behalten drei wichtige Punkte im heimischen Schwarzwald-Stadion. Die als Favorit in die Partie gegangenen Gladbacher sind zwar über weite Strecken des Spiels optisch feldüberlegen, können sich aber insbesondere im zweiten Durchgang nicht gefährlich vor das Tor der Freiburger durchspielen.


Der SC Freiburg formierte sich im typischen 4-4-2 mit Waldschmidt und Petersen im Angriff sowie Kapitän Frantz und Haberer auf den offensiven Außen. Dieter Hecking stellte sein Team wie seit Saisonbeginn im neuen 4-3-3 auf, Stindl bekleidete dabei die zentrale Position im Angriff, während Plea und Hazard auf dem Flügel postiert waren.


Das Spiel begann direkt nach dem Freiburger Anstoß mit einem Aufreger: ein langer Ball aus Freiburgs Abwehr konnte von Gladbachs Innenverteidigung nicht sauber geklärt werden, Waldschmidt lief in den Strafraum und wurde von Sommer nach nicht einmal 20 gespielten Sekunden (!) elfmeterwürdig zu Fall gebracht. Den folgenden Elfmeter versenkte Nils Petersen eiskalt mit einem Schuss ins linke Eck – Sommer war zur falschen Seite hin abgetaucht.


Gladbach zeigte sich jedoch unbeeindruckt von der kalten Dusche und übernahm das Zepter. 75% Ballbesitz nach der ersten Viertelstunde unterstreichen die Dominanz der Borussen. Freiburg erwartete die Gladbacher dabei im 4-4-2 gegen den Ball und lief in vorderster Linie mit Petersen und Waldschmidt unentwegt an. 


Nach 15 Minuten war es dann so weit: Heintz foulte Stindl bei einem Kampf um einen hohen Ball – Schiedsrichter Robert Hartmann gab völlig zu Recht den zweiten Elfmeter an diesem Tag. Hazard übernahm Verantwortung und zimmerte das Leder hoch in die Mitte zum 1:1 Ausgleichstreffer.


Fortan ließ Gladbach ein wenig überraschend den Offensivschwung der letzten Minuten vermissen, so dass sich beide Teams neutralisierten. Robin Koch ließ sich auf Seiten der Freiburger bei eigenem Ballbesitz häufig zwischen die eigenen Innenverteidiger fallen, so dass sich der Sportclub bei eigenem Ballbesitz in einem 3-5-2 formierte und die Außenverteidiger Günter und Kübler höher und breiter aufschieben konnten.


Gladbach begegnete dem Ballbesitz der Freiburger situativ im Angriffs- oder Mittelfeldpressing. Stindl verblieb auf seiner zentralen Position, während sich die Außenbahnspieler Plea und Hazard regelmäßig weit nach hinten fallen ließen, um die Bewegungen der hoch postierten Freiburger Außenverteidiger mitzunehmen und abzudecken. Die Achter der Borussen, Zakaria bzw. Hofmann, stießen dabei situationsabhängig in die Spitze und unterstützen Lars Stindl bei der Arbeit gegen den Ball. 


War die Borussia hingegen in Ballbesitz, konnte häufig beobachtet werden, dass Stindl sich aus seiner Position in der Sturmspitze nach hinten fallen ließ, um dort Bälle in den Zwischenräumen anzunehmen und weiterzuleiten. Wie auch schon im letzten Spiel gegen Mainz und nun auch im Match in Freiburg, griff der Angriffsapparat der Gladbacher vermehrt zu diesem Muster. Dass Gladbach dadurch nicht oft gefährlich vor das Tor der Freiburger gekommen ist, lag vor allem an den guten Gegenbewegungen und Antizipationen der Freiburger Doppelsechs. Auf diese Weise konnte Freiburg auch seinen 2:1 Führungstreffer in der zweiten Halbzeit einleiten. Dem abkippenden Stindl konnte der Ball abgenommen werden, den folgenden Konter veredelte Waldschmidt mit einem Linksschuss von der Strafraumkante ins linke Eck. Petersen hatte dabei die Vorlage gegeben und den Ball flach zu Waldschmidt gespielt.


Sport-Club Freiburg v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Kann sehr zufrieden sein - Christian Streich hat seinem Team die richtige Marschroute auf den Weg gegeben.


Die nun folgenden Gladbacher Angriffsbemühungen waren zwar von viel Ballbesitz geprägt, ließen aber insbesondere im letzten Angriffsdrittel Durchschlagskraft und Torgefahr vermissen. Es waren vielmehr die Freiburger, die mit Nadelstichen für Gefahr sorgten. Insbesondere der eingewechselte Sallai ließ einige gute Möglichkeiten liegen.


Den Schlusspunkt setzte Höler in der 94. Minute, der einen langen Pass vom weit aufgerückten Torwart Sommer abfangen konnte und technisch sehenswert vom Mittelkreis (!) ins verwaiste Tor der Gladbacher zum 3:1 Endstand traf.


Alles in allem konnte Freiburg einen verdienten Sieg feiern. Durch eine aufmerksame Defensivleistung konnte Stindl aus dem Spiel genommen werden. In der Offensive zeigte sich der Sportclub mutig und ließ den Ball häufig sehenswert laufen. Gladbach muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nach dem eigenen Ausgleichstreffer nicht an die starke Leistung der Anfangsviertelstunde angeknüpft zu haben. Durch die eigene Passivität konnte sich Freiburg zurück in die Partie kämpfen und wieder stabilisieren.