Während der Länderspielpause herrschte Krisenstimmung beim FC Bayern München. Mit zwei Siegen aus den Partien gegen den ​VfL Wolfsburg und AEK Athen ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan, doch an eine Rückkehr an die Tabellenspitze in der Bundesliga ist für Niko Kovac noch nicht zu denken. Stattdessen blickt der Trainer von Spiel zu Spiel und erklärte auf der heutigen Pressekonferenz, wieso seine Mannschaft nicht so furios auftritt wie Borussia Dortmund


Vier Punkte beträgt aktuell der Rückstand des FC Bayern auf den Tabellenführer aus Dortmund. Allerdings kann man - im Gegensatz zum letzten Jahr - wohl kaum auf einen Einbruch des BVB hoffen. Unter Lucien Favre eilt die Mannschaft von Sieg zu Sieg, schoss selbst Atlético Madrid in der Champions League mit 4:0 aus dem Stadion und mischt allen voran das nationale Geschäft mächtig auf.


Die Münchner hingegen mühten sich in Wolfsburg und Athen zu zwei Arbeitssiegen, der kommende Gegner Mainz 05 dürfte es ihnen kaum angenehmer machen. Das weiß auch Kovac, der auf der heutigen Pressekonferenz eine simple Erklärung dafür lieferte, weshalb seine Mannschaft derzeit kaum glänzt: "Wenn Mannschaften gegen den FC Bayern München spielen, ist die Ausrichtung anders. Dann ist der defensive Block noch ein ganz anderer als gegen andere Teams. Das macht es schwieriger. Pro Angriff muss man 20 bis 30 Spieler ausspielen" (via ​Sport Bild).

AEK Athens v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Group E

  Niko Kovac weiß: Gegen die Bayern zu spielen, bedeutet vor allem, ihnen in der Offensive den Zahn zu ziehen



Wenn man einen Spieler bereits ausgespielt habe, würde dieser im Handumdrehen wieder zurückkehren und sich erneut einem Zweikampf stellen. "Gegen die Großen verbarrikadiert man sich", so Kovac, der aus seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt bestens weiß, wie das funktioniert.


Erneute Diskussionen um Rotation - Müller im Blickpunkt


Aktuell hat der Trainer jedoch andere Sorgen. Die Rotation sorgt in den Medien noch immer für Aufsehen. Speziell die Tatsache, dass Thomas Müller in den vergangenen beiden Spielen auf der Bank begann und in Athen lediglich in der Schlussviertelstunde zum Einsatz kam, konnten nicht alle nachvollziehen. "Klar, möchte ich jeden bringen. Aber ich kann nur elf bringen", beteuert Kovac, der sich schon seit Amtsantritt für seine Aufstellungen rechtfertigen muss. 


"Wir haben zweimal richtig gelegen mit der Aufstellung, die die nicht gespielt haben, wissen, dass sie jetzt Gas geben müssen. Das ist ja auch leistungsfördernd und hilft uns, dass der Weg wieder nach oben geht. Gas geben tun alle, aber ich sehe, der eine oder andere denkt nach und es ist Zug im Training" (via Sport1).

AEK Athens v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Group E

   Nun auch beim FC Bayern zunächst Bankdrücker: Thomas Müller



Doch auch ohne die zwischenzeitliche sportliche Talfahrt hätte es Rotationen gegeben. Diese seien nun einmal unabdingbar. "Die vielen Spiele, die man in den Knochen hat, hinterlassen Spuren. Die Reiserei, die schlaflosen Nächte nach Champions-League-Spielen: Wer es erlebt hat, weiß wie schwer es ist, in den Rhythmus zu kommen. Irgendwann ist der Akku leer und man muss wechseln." Zudem bestünde bei müden Spielern eine erhöhte Verletzungsgefahr: "Das muss man berücksichtigen, wenn es um die Materie geht", so Kovac.


Eine Ausrede soll das keineswegs sein. Egal, wer auf dem Platz steht: Der FC Bayern kämpft in jedem Spiel um den Sieg. Daher denkt Kovac aktuell auch nicht an die Tabellenspitze, sondern einzig an die sportlichen Aufgaben der nächsten Tage: "Wir müssen erstmal sehen, dass wir unsere Spiele gewinnen. Was ich momentan vom BVB sehe, ist sehr gut. Nicht nur die Ergebnisse, auch wie sie erzielt werden. Das höre ich von vielen, die alle Spiele sehen." Daher backt der 46-Jährige erst einmal kleinere Brötchen, um dann beim Spitzenspiel in Dortmund am elften Spieltag um den ersten Tabellenplatz kämpfen zu können.