​Jerome Boateng hat die starke Rotation des FC Bayern München unter Trainer Niko Kovac verteidigt und betont, dass es beim Rekordmeister aktuell nur zwei Stammspieler gebe: "So richtige Stammspieler sehe ich daher nicht - außer Manuel Neuer und vielleicht Robert Lewandowski." Der deutsche Nationalspieler selbst kam in den letzten drei Spielen der Bayern nicht zum Einsatz. 


In der Innenverteidigung des ​FC Bayern hat der überzeugende Niklas Süle dem langjährigen Stammspieler Jerome Boateng etwas den Rang abgelaufen: Der 23-jährige Süle und Nebenmann Mats Hummels kamen bislang in zehn der 13 Saisonspiele zum Einsatz, während Boateng nur in jedem zweiten Spiel mitmachen durfte oder konnte. Denn wie in den Vorjahren hat der 30-Jährige auch in der aktuellen Spielzeit immer wieder mit kleineren muskulären Problemen zu kämpfen. 


Trotz seiner geringen Einsatzzeit in den letzten Spielen verteidigte Boateng laut dem Sportbuzzer die starke Rotation von Trainer Niko Kovac. Diese sei angesichts des engen Spielplans und der Breite des Kaders zwangsläufig: "Bei uns gibt es nicht so wirklich einen Stammplatz. Wir haben so viele Spieler, die auch Nationalspieler sind. Jeder kommt über die Saison verteilt auf seine Spiele. Jede Position ist top und doppelt besetzt und da wird jeder zum Einsatz kommen. So richtige Stammspieler sehe ich daher nicht - außer Manuel Neuer und vielleicht Robert Lewandowski."

Auch Kovac selbst kann die Diskussion über die Rotation beim FC Bayern nicht nachvollziehen: "Wir müssten hinter das Wort Rotation mal einen Punkt setzen. Schauen Sie sich doch mal die ​anderen Mannschaften an, die international spielen: Alle rotieren. Es geht einfach nicht, wochenlang jeden dritten Tag zu spielen - drei, vier, fünf, sechs Wochen hintereinander. Das geht nicht! Wenn mir jemand etwas anderes erzählen will, versteht er den Job des Fußballers nicht." 


Das ist durchaus richtig und logisch - dennoch lässt sich beim Rekordmeister bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison ein Gefälle bezüglich der Einsatzzeiten feststellen: Denn Spieler wie Leon Goretzka und Serge Gnabry kommen aktuell noch auf relativ wenige Minuten im Vergleich zu anderen, teilweise deutlich älteren Spielern auf ihrer Position, während beispielsweise Joshua Kimmich und Thiago quasi jedes Spiel machen - Kimmich ist aktuell der einzige Feldspieler der Bayern, der jede Minute der 13 Pflichtspiele auf dem Platz stand. 


Deshalb drängt sich die Frage auf, ob der Kader mit nur 19 Feldspielern eventuell zu klein für eine effektive Rotation ist, oder ob es sich bei den seltener eingesetzten Nationalspielern schlicht nicht um Rotation, sondern leistungsbedingte Entscheidungen handelt.