Die Prophezeiung von Odysseas Vlachodimos beim ​VfB Stuttgart hat sich nicht erfüllt. Über Umwege schaffte es die einstige Torwart-Hoffnung der Schwaben doch noch auf die große Fußball-Bühne. Bei Benfica Lissabon glänzt der 24-Jährige nun in der Königsklasse. Und irgendwann sogar im DFB-Trikot?


Der Name ​Odysseas Vlachodimos ist nicht Jedem ein Begriff - schon gar nicht im Zusammenhang mit der deutschen Nationalmannschaft. Und dennoch ist die aktuelle Nummer eins von Benfica Lissabon beim DFB kein Unbekannter. 


Satte 47 Junioren-Länderspiele hat der mittlerweile 24-Jährige auf dem Buckel. Geboren in Stuttgart, mit griechischen Wurzeln - was aus seinem Namen sofort hervorgeht - verbrachte der 1,91 Meter große Torhüter seine gesamte Jugend-Karriere beim VfB Stuttgart. Im Ländle traute man dem ehemaligen U21-Nationalkeeper (ein Spiel) Großes zu.


Die meisten waren sich sicher: Vlachodimos trägt bald die Nummer eins bei den VfB-Profis. Doch es kam anders als gedacht, der hochtalentierte Schlussmann schaffte den Durchbruch nicht. Am 3. Spieltag der Saison 2015/16 gab er nach dem Platzverweis des damaligen Stammkeepers Przemysław Tytoń zwar sein Debüt in der ​Bundesliga und machte danach noch zwei weitere Partien, dabei blieb es am Ende aber auch. Statt große Bundesliga-Bühne stand er Woche für Woche in der Dritten Liga bei der VfB-Reserve zwischen den Pfosten - insgesamt 68-mal.

Benfica v Vitoria Setubal

Mit Jan Oblak und Ederson hat Vlachodimos zwei prominente Vorgänger im Benfica-Tor



Der Name Vlachodimos verschwand nach und nach vom Radar. Der Deutsch-Grieche ging "Back to the roots", wie man es ausdrücken könnte und wechselte im Januar 2016 zu Panathinaikos nach Athen. Dort sollte es endlich besser laufen - aber nicht sofort.


Der Aufstieg beginnt bei den Wurzeln


Erst im November 2016 eroberte sich Vlachodimos den Platz im Kasten vom englischen Routinier Luke Steele und gab diesen im Anschluss nicht mehr her. Seine Leistungen waren so konstant gut, dass der portugiesische Traditionsklub Benfica Lissabon in diesem Sommer zuschlug. ​2,5 Millionen Euro Ablöse war Vlachodimos Benfica wert.


Dort hat er auf Anhieb den Nummer-Eins-Status inne und besticht Woche für Woche mit guten Leistungen. So auch in der Champions League. Erst am Dienstagabend hielt er sein Team bei Ajax Amsterdam mit teils sensationellen Paraden lange im Spiel, ehe er in der Nachspielzeit gegen den abgefälschten Siegtreffer von Noussair Mazraoui machtlos war.

Doch auf der größten aller Bühnen hat Vlachodimos gezeigt, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen ist. ​Selbst der FC Bayern soll ihn schon beobachten, vielleicht sogar als Neuer-Nachfolger. Sein steiniger Weg könnte ihn also tatsächlich noch auf den prophezeiten Pfad führen - vielleicht sogar bis in die deutsche A-Nationalmannschaft. Hinter den Etablierten gibt es beim DFB derzeit eine beträchtliche Lücke bei den Nachwuchskeepern.

Das Potenzial, um das auszunutzen, wäre allemal vorhanden - in Stuttgart war man davon einst mal überzeugt.